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Entscheidung gefallen: Zwei Wachen statt einer neuen Hauptfeuerwache

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In Zukunft wird es in Flensburg zwei Hauptfeuerwehrwachen geben - Archivfoto: Thomsen

Flensburg - Um die Berufsfeuerwehr effizienter aufzustellen, wird die Stadt Flensburg den Bau von zwei neuen Feuerwachen planen, eine im Westen und eine im Osten der Stadt. Die genauen Standorte stehen jedoch noch nicht fest, und der ursprünglich favorisierte Standort am Quakenweg im Westen wird erneut diskutiert.

Die bestehende Hauptfeuerwache am Munketoft ist veraltet und zu klein, weshalb die Ratsversammlung bereits 2015 eine Neubauplanung in Auftrag gegeben hatte. Die Kosten hierfür stiegen jedoch von anfänglich 40 Millionen Euro auf 123 Millionen Euro, nicht zuletzt, weil die Räumlichkeiten für die Feuerwehr im Plan um weitere Verwaltungsbüros ergänzt wurden. Eine reduzierte Version sollte die Kosten auf etwa 80 Millionen Euro senken. Stadtkämmerer Henning Brüggemann und der Leiter der Berufsfeuerwehr, Carsten Herzog, bevorzugen nun die Variante mit zwei verschiedenen Standorten, obwohl diese nicht wesentlich kostengünstiger wäre.

Die Feuerwehr hat Schwierigkeiten, innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Hilfsfrist von zehn Minuten das gesamte Stadtgebiet zu erreichen. Eine Zusammenarbeit mit den Freiwilligen Feuerwehren, deren Wachen im Stadtgebiet verteilt sind, hilft zwar bei der Einhaltung dieser Frist, überansprucht allerdings zugleich die freiwilligen Helferinnen und Helfer.

Einige Fraktionen wie der SSW drängten darauf, keine voreiligen Entscheidungen zu treffen, da für die Zwei-Wachen-Variante noch keine konkrete Planung vorläge und keine verlässlichen Angaben zu den Kosten gemacht werden könnten. Nach einer Sitzungsunterbrechung stimmte eine klare Mehrheit der von der CDU initiierten Vorlage zu, die den bereits beschlossenen Bebauungsplan für die neue Wache am Munketoft als Rückfalloption im Bestand behält.

Die Suche nach geeigneten Standorten für die neuen Feuerwachen geht weiter. Die Grünen schlagen den Wittenberger Weg vor, wo die Flensburger Brauerei ihre Pläne aufgegeben hatte.

Seit der Gründung der Berufsfeuerwehr im Jahr 1904 rückten die Einsatzkräfte von einem Standort aus. Die heutigen Anforderungen an die technische und personelle Ausstattung sind jedoch höher als vor rund 70 Jahren. Um eine Hilfsfrist von 99 % (bisher 85 %) innerhalb von zehn Minuten zu gewährleisten, plädierte Carsten Herzog, der Leiter der Berufsfeuerwehr, für den Bau von zwei Wachen, eine im Osten und eine im Westen der Stadt.

Der östliche Standort ist noch unklar. Ein Grundstück an der Ringstraße wurde in den städtischen Überlegungen als zentrale Option in Betracht gezogen, birgt jedoch für die Berufsfeuerwehr einige Probleme. Die Breite der Fahrbahn ist mit 5,50 Metern zu schmal für eine Begegnung zwischen Feuerwehrfahrzeugen und Linienbussen und müsste auf 6,50 Meter ausgebaut werden. Eine kritische Situation könnte sich beim Ausrücken der Einsatzfahrzeuge in Richtung Norden ergeben, insbesondere während der Hauptverkehrszeiten von Schule und Kindergarten.

Auch der Standort Quakenweg ist noch nicht endgültig festgelegt. Nach der gestrigen Abstimmung können endgültige Grundstücksvorschläge bis Ende April erwartet werden. Der Baubeginn ist für das dritte Quartal 2025 geplant, die Fertigstellung der neuen Feuerwachen nicht vor 2028.

Die Freiwilligen Feuerwehren fühlten sich in der bisherigen Diskussion übergangen und sollen zukünftig besser eingebunden werden. Feuerwehr-Chef Herzog mahnt jedoch, zunächst die Standortfrage für die Berufsfeuerwehr zu klären.

Die freiwilligen Feuerwehren Innenstadt und Jürgensby sind mit dem vorgeschlagenen Lösungsweg unzufrieden. Die derzeitigen Standorte in der Waitzstraße und der Eckernförder Landstraße wurden aufgrund ihrer Nähe zu den Wohnorten der aktuellen Mitglieder gewählt. Eine Verlegung dieser Standorte könnte dazu führen, dass einige Mitglieder in Erwägung ziehen, die Feuerwehr zu verlassen, da die Anfahrtswege erheblich länger werden würden.

In den kommenden Wochen und Monaten wird die Stadt Flensburg weiterhin nach geeigneten Standorten für die neuen Feuerwachen suchen und die Diskussion mit den betroffenen Parteien, einschließlich der Freiwilligen Feuerwehren, fortsetzen. Die Entscheidung über die Standorte und die endgültige Umsetzung des Projekts wird maßgeblich von den Kosten, der Verfügbarkeit von Grundstücken und der Zusammenarbeit zwischen Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren abhängen.

Der Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Innenstadt, Paul Graeper, gab sich nach der Sitzung erleichtert, dass die Freiwilligen Wehren nun mit eingebunden werden sollen, betonte aber, dass dies hätte selbstverständlich sein müssen. Unter den Mitgliedern war nach dem Bekanntwerden des geplanten Umzugs in den Quakenweg schlechte Stimmung aufgekommen. Eine drohende Austrittswelle sei vorerst abgewendet worden, jedoch bevorzugen die Mitglieder weiterhin einen Standort an der Eckernförder Landstraße und würden nicht quer durch die Stadt verschoben werden wollen.

"Wir finden es eine gute und positive Entwicklung und finden es gut, dass es das Ehrenamt würdigt", so Mario Quade der Wehrführer der FF Jürgensby

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