Fettfilm auf dem Polierteich: Feuerwehreinsatz in Schleswig
| von Nico Hessel
Schleswig –
Aufregung am Schleswiger Polierteich: Nach Anwohner-Meldungen über einen Ölfilm rückten Feuerwehr und Gefahrgutspezialisten aus. Die Analyse brachte eine Überraschung zutage – und weckte Erinnerungen an die Umweltkatastrophe von 2022.
Ein vermeintlicher Ölfilm auf dem Polierteich hat am Sonntag einen größeren Einsatz der Rettungskräfte ausgelöst. Anwohner hatten eine Verunreinigung auf der Wasseroberfläche gemeldet, woraufhin der Löschzug Altstadt der Freiwilligen Feuerwehr Schleswig mit zwei Fahrzeugen ausrückte.
Da zunächst unklar war, um welche Substanz es sich handelte, wurde der Löschzug Gefahrgut (LZG) des Kreises zur Einsatzstelle gerufen. Mithilfe eines modernen Analysegeräts konnten die Spezialisten jedoch schnell Entwarnung geben: Bei der Substanz handelte es sich nicht um mineralisches Heizöl oder Diesel, sondern um gewöhnliches Pflanzenöl.Die Untere Wasserbehörde und die Stadtwerke Schleswig vermuten, dass das Fett nicht aus einem Gewerbebetrieb stammt, sondern möglicherweise durch eine unsachgemäße Entsorgung im privaten Bereich – etwa das Auswaschen einer Fritteuse – in die Kanalisation gelangt ist. Durch die jüngsten Regenfälle könnten diese Rückstände dann in den Teich gespült worden sein.
Dass sich die Verunreinigung diesmal nur auf den Bereich des Rohrauslasses beschränkte, ist auch einer Vorsichtsmaßnahme aus der Vergangenheit zu verdanken. Nach der schweren Umweltkatastrophe im August 2022, bei der große Mengen Heizöl in den Teich gelangten und zahlreiche Wasservögel gefährdeten, wurde am Zulauf eine dauerhafte Ölsperre installiert. Diese hielt das Pflanzenöl nun effektiv zurück, sodass ein Saugwagen der Stadtwerke rund acht Kubikmeter des verunreinigten Wassers kontrolliert absaugen konnte.
Trotz der schnellen Reinigung zeigten sich die Vertreter der Wasserbehörde besorgt über die Meldekette. Anwohner gaben vor Ort an, dass der Film bereits seit längerer Zeit – möglicherweise schon vor dem letzten Schneefall – sichtbar gewesen sei.
„Gewässerverunreinigungen sollten nicht erst nach Tagen oder Wochen, sondern sofort nach Entdeckung gemeldet werden“, so der eindringliche Appell eines Mitarbeiters der Behörde.Nur bei einer zeitnahen Meldung bestehe eine realistische Chance, den Verursacher ausfindig zu machen.
Am Montag werden die Schächte im betroffenen Rohrnetz in der Schubystraße nochmals kontrolliert, um sicherzustellen, dass keine weiteren Ablagerungen vorhanden sind. Trotz der großen Zeitverzögerung bis zur Meldung wollen die Behörden durch diese Maßnahme den Verursacher ermitteln.- Anzeige -