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Grenzkontrollen an der deutsch-dänischen Grenze werden weiter ausgebaut

 |  von Thomsen / Foerde.news

Mit dem Zelt sind die Beamten der Bundespolizei vor dem Wetter geschützt - Fotos: Thomsen

Harrislee – Seit fast zehn Jahren gibt es an der Grenze nach Dänemark wieder Passkontrollen – zumindest stichprobenartig. Was ursprünglich als vorübergehende Maßnahme in der Flüchtlingskrise 2016 eingeführt wurde, ist längst zur sicherheitspolitischen Daueraufgabe geworden: Dänemark hat die vorübergehenden Kontrollen an der Grenze zu Deutschland erneut um sechs Monate verlängert. Begründet wird dies vom Justizministerium in Kopenhagen mit einer „ernsten Sicherheitslage“. Man wolle sicherstellen, dass die Polizei dieses Instrument im Kampf gegen Terrorismus und grenzüberschreitende Kriminalität weiterhin zur Verfügung habe, betonte Justizminister Peter Hummelgaard.

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Pressesprecher der Bundespolizei Flensburg Hanspeter Schwartz lässt seine Kollegen nicht im Regen stehen

Für Reisende aus Deutschland bedeutet das: Wer die Grenze nach Dänemark passiert – ob mit dem Auto, im Bus oder im Zug – muss auch weiterhin damit rechnen, seinen Pass vorzeigen zu müssen.
Parallel dazu wird auf deutscher Seite an der Infrastruktur für die Kontrollen gearbeitet. Die Bundespolizei Flensburg lässt an mehreren großen Grenzübergängen neue Kontrollflächen einrichten. In Kupfermühle etwa entsteht derzeit ein großes Zelt, das als wettergeschützter Kontrollbereich dienen soll. Ähnliche bauliche Maßnahmen sind an den Übergängen in Harrislee, an der Autobahn-Raststätte Ellund und im Bereich der B5 vorgesehen.

Pressesprecher Hanspeter Schwartz von der Bundespolizei Flensburg erläutert den Hintergrund: Die Grenzkontrollen seien durch den Bundesinnenminister wieder eingeführt worden und würden nach aktuellem Stand noch bis mindestens ins kommende Frühjahr andauern. Was danach geschehe, liege in der Entscheidung des Ministeriums. Ziel der Kontrollen sei es vor allem, Schleusungskriminalität, Verbringungs- und grenzüberschreitende Kriminalität sowie mögliche terroristische Gefahren frühzeitig zu erkennen und zu unterbinden.

Die neuen Zelte und Container sollen vor allem die Arbeitsbedingungen der Einsatzkräfte verbessern. „Wir kennen hier das norddeutsche Wetter“, sagt Schwartz. Bislang hätten die Beamtinnen und Beamten häufig im Freien kontrolliert – mit allen Konsequenzen: nasse Reisende, durchnässte Pässe, widrige Bedingungen für die Kontrolleure. Im Zelt können Fahrzeuge nun witterungsgeschützt zur Kontrolle hereingewunken werden. Das Zelt in Kupfermühle ist rund 20 Meter lang und gut zehn Meter breit; bis zu drei Fahrzeuge können gleichzeitig überprüft werden. Lkw werden dort nicht abgefertigt, da der Übergang für den schweren Verkehr gesperrt ist.

Zum Gesamtkonzept gehören neben den Zelten auch mehrere Container: ein Einweisungscontainer, in dem der Verkehr sortiert und in die Kontrollspuren eingewiesen wird, ein Bearbeitungscontainer für die Vorgangsbearbeitung und Anzeigen sowie ein beheizter Durchsuchungscontainer für Personen, bei denen ein Straftatverdacht vorliegt. Ergänzend werden Beleuchtung und Heizstrahler installiert, damit Kontrollen auch in den dunklen und kalten Wintermonaten unter zumutbaren Bedingungen stattfinden können.

Trotz der neuen Infrastruktur sollen sich die Kontrollmodalitäten selbst nicht grundlegend ändern. Die Bundespolizei bleibt mit ihren Teams flexibel und lageabhängig im Einsatz, wechselt Standorte und Kontrollzeiten. „Wir lassen unsere Kolleginnen und Kollegen nicht im Regen stehen“, fasst Schwartz die baulichen Verbesserungen zusammen – und macht zugleich deutlich, dass die Kontrollen an der Grenze zu Dänemark auf absehbare Zeit zum Alltag in der Region gehören werden.

Abschließend erklärt Schwartz, dass der Pendlerparkplatz Kupfermühle in Fahrtrichtung Süden auf unbestimmte Zeit nicht mehr zur Verfügung steht.