Großer Andrang beim 5. Blaulichttag in Flensburg – Spektakuläre Einsätze und ein verunfallter Oberbürgermeister
| von Thomsen / Foerde.news
Flensburg – Blaulichter, Einsatzfahrzeuge und zahlreiche Schaulustige: Am vergangenen Samstag wurde Flensburgs Hafen zur Bühne für den mittlerweile fünften Blaulichttag – und der hatte es in sich. Trotz organisatorischer Herausforderungen sorgte die Veranstaltung mit mehr als 30 teilnehmenden Organisationen aus Deutschland und Dänemark für großes Interesse. Laut Veranstalter Hanspeter Schwartz (Foto) kamen rund 25.000 Besucher – so viele wie nie zuvor.
„Vor dreizehn Jahren haben wir mit zwölf Organisationen angefangen, heute sind es über 30“, sagte Schwartz stolz. Ursprünglich auf der Exe gestartet, hat sich das Event längst zum Hafen verlagert – und dort sorgte in diesem Jahr insbesondere eine bauliche Einschränkung für kreative Lösungen: Etwa 350 Meter der Kaimauer standen nicht zur Verfügung.
„Gerade für Schiffe ein Problem“, so Schwartz. Doch gemeinsam mit der Stadtverwaltung wurde eine pragmatische Lösung gefunden: Einsatzfahrzeuge und Stände wurden über das gesamte Hafengebiet zwischen Hafenspitze und Norderkai auf der Schiffbrücke verteilt. „Mit ein paar Auflagen der Verkehrsbehörde konnten wir das problemlos umsetzen“, erklärte Schwartz weiter.
Die Veranstaltung hat sich damit zur größten ihrer Art in Schleswig-Holstein entwickelt.
Ehrenamtlicher Einsatz in großer Zahl
Rund 300 Helferinnen und Helfer, überwiegend ehrenamtlich tätig, engagieren sich jedes Jahr beim Blaulichttag – eine logistische und personelle Leistung, die kaum hoch genug zu bewerten ist. Mit dabei sind unter anderem die Berufsfeuerwehr Flensburg, das Technische Hilfswerk (THW), die Freiwilligen Feuerwehren Flensburg-Jürgensby und Innenstadt, die Polizei Flensburg, die Wasserschutzpolizei, das Deutsche Rote Kreuz, der Malteser Hilfsdienst, der Rettungsdienst Falck, der Zoll, die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), die Verkehrswacht Flensburg, die Leitstelle Nord, Ambulance Nord, der Arbeiter-Samariter-Bund, die Justizvollzugsanstalt Flensburg, die Landesfeuerwehrschule Schleswig-Holstein, Katastrophenschutzeinheiten aus den Kreisen Nordfriesland und Schleswig-Flensburg, die Feuerwehr der Bundeswehr sowie als Initiator die Bundespolizei selbst.
Feuerwehr, THW und Luftrettung im Einsatz
Offiziell eröffnet wurde der Tag an der Hafenspitze, wo die Freiwillige Feuerwehr Jürgensby demonstrierte, wie gefährlich das Löschen eines Fettbrands mit Wasser sein kann – eine Fettexplosion inklusive. Danach zeigte die Berufsfeuerwehr am Norderkai mit Unterstützung des Rettungsdienstes, wie eine eingeklemmte Person mit schwerem Gerät aus einem Unfallfahrzeug befreit wird. „Flo“, ein freiwilliger Statist, übernahm die Rolle des Verletzten.
Eine eindrucksvolle Übung zeigte auch das Technische Hilfswerk (THW) Flensburg: Hinter einer eigens aufgebauten Mauer simulierten die Helfer die Rettung verschütteter Personen. Mit Bohrern, Stemmeisen und schließlich einer großen Kreissäge wurde die Mauer geöffnet – zur Begeisterung der Zuschauer, die dicht gedrängt am Bauzaun standen.
Oberbürgermeister wird zum Unfallopfer
Oberbürgermeister Dr. Fabian Geyer im Gespräch mit dem Organisator von der Bundespolizei Hanspeter Schwartz
Auch Flensburgs Oberbürgermeister Dr. Fabian Geyer ließ es sich nicht nehmen, dem Blaulichttag einen Besuch abzustatten – und wurde dabei selbst Teil des Programms. Nach einem kurzen Abstecher zum Fußballspiel in Weiche kehrte Geyer pünktlich zur nächsten Übung an die Hafenspitze zurück. Dort simulierte er als „Verletzter“ einen Verkehrsunfall: Ein Kleinwagen wurde auf die Seite gekippt, und der Verwaltungschef musste von der Freiwilligen Feuerwehr Innenstadt mit schwerem Gerät befreit werden.
„Das war eine spannende Erfahrung“, sagte Geyer nach der Rettungsaktion. „Besonders beeindruckt hat mich, dass sich – wie auch im echten Einsatz – ein Rettungssanitäter ausschließlich um meine Betreuung gekümmert hat.“
Dänischer Rettungshubschrauber sorgt für Highlight
Für ein weiteres Highlight sorgte die dänische Luftrettung: Ein Rettungshubschrauber demonstrierte eine spektakuläre Wasserrettung direkt vor dem Hafen. Aufgrund der beschädigten Kaimauer drängten sich die Zuschauer am provisorischen Bauzaun, um einen Blick auf das Geschehen zu erhaschen.

Erfolgreiche Veranstaltung – ungewisse Zukunft
Trotz aller Herausforderungen zeigte sich Organisator Hanspeter Schwartz am Ende des Tages hochzufrieden: „Ich denke, die Besucherzahlen sprechen für sich. Wir haben wieder gezeigt, wie wichtig und vielfältig die Arbeit der Blaulichtorganisationen ist.“
Ob es auch einen sechsten Blaulichttag unter seiner Leitung geben wird, ließ Schwartz jedoch offen. „Irgendwann gehe ich auch in Rente“, sagte er augenzwinkernd.