Nach Matratzenbrand: Loch im Boden zur Wohnung entdeckt – Bewohner ins Krankenhaus, Streit zwischen Anwohner und Polizei

 |  von Thomsen / Foerde.news

Der Mieter kam zu weiteren Untersuchungen ins Krankenhaus - Fotos: Thomsen

Flensburg – Am Dienstagmittag ist in Flensburg eine Matratze in einem Kellerraum eines dreigeschossigen Wohngebäudes am Hafermarkt in Brand geraten. Ein Bewohner wurde mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht. Der Bereich um die Einsatzstelle wurde für den Verkehr und Fußgänger gesperrt.

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Die Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr Flensburg waren zunächst zu einer Brandmeldeanlage unterwegs, bei der es zu keiner Feststellung gekommen war. Auf der Rückfahrt wurden sie gegen 14.25 Uhr zum Hafermarkt alarmiert. Bereits auf der Anfahrt meldete die Leitstelle „bestätigtes Feuer“ im Kellerbereich.

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Beim Eintreffen drang nach Angaben der Feuerwehr schwarzer Rauch aus dem Treppen- und Kellerbereich. Bei dem Gebäude handelt es sich um ein Haus mit Erdgeschoss und zwei darüberliegenden Etagen. Ein Trupp wurde zur Brandbekämpfung in den Keller eingesetzt, ein weiterer kontrollierte die darüberliegenden Wohnungen. Zunächst waren diese nach Darstellung der Einsatzkräfte rauchfrei, alle Personen galten zu diesem Zeitpunkt als unverletzt.

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Im Keller brannte eine Matratze, das Feuer wurde mit Wasser gelöscht. Anschließend wurden Keller und Treppenraum quergelüftet. Im Keller entstand nach Einschätzung der Feuerwehr ein massiver Gebäudeschaden. Bei dem betroffenen Bereich handelt es sich nicht um Wohnraum, sondern um einen Abstellbereich. Die Matraze wurde durch den Einsatzkräften ins Frei gebracht und abgelöscht.

Nachdem das Feuer gelöscht war, kontrollierten die Einsatzkräfte erneut die darüberliegende Wohnung. Dabei stellten sie fest, dass sich entgegen früherer Angaben des Mieters doch Rauch in den Räumen gesammelt hatte. In der Wohnung entdeckten die Kräfte zudem ein etwa zwei Quadratmeter großes Loch im Boden zum Keller, der Boden war dort abgesackt. Der Mieter hatte ein Brett über die Öffnung gelegt, um noch in andere Räume gelangen zu können. Durch diese Öffnung konnte der Rauch aus dem Keller in die Wohnung eindringen. Der Mieter, der während des Einsatzes in der Wohnung geblieben war, wurde schließlich mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus gebracht. Laut Aussagen des Mieters, sei das Loch im Boden bereits über ein Jahr vorhanden.

Aufgrund der Schäden im Gebäude wurde das THW OV Flensburg hinzugezogen. Die Helfer verschafften sich einen Überblick und entschieden, einen Statiker aus den Reihen des Technischen Hilfswerks einzubeziehen. Der Fachmann reist aus Rendsburg an, um die Lage vor Ort zu beurteilen.

Die Löscharbeiten wurden durch die Witterung erschwert. Wegen eisiger Kälte ließ sich ein Hydrant nur schwer öffnen. Nach Angaben der Feuerwehr konnte er erst nach mehreren Hammerschlägen in Betrieb genommen werden.
Die Einsatzstelle wurde anschließend „mit Wasser geflutet“. Parallel dazu wurde das TBZ alarmiert, dessen Mitarbeiter mit Salz anrückten, um Straßenbereich und Gehwege abzustreuen und die Glättegefahr zu mindern. Um die Gefahren abzuwehren, streuten die Einsatzkräfte bereits die Einsatzstelle mit Sand ab.

Für die Dauer des Einsatzes war die Straße am Hafermarkt für den Fahrzeug- und Fußgängerverkehr gesperrt. Einige Anwohner wollten trotz Absperrung in ihre Wohnungen zurückkehren, was zu diesem Zeitpunkt noch nicht erlaubt war. Ein Anwohner, der in Höhe der Kanzleistraße von einer Polizistin auf die Sperrung hingewiesen wurde, widersetzte sich zunächst den Anweisungen und diskutierte längere Zeit mit der Beamtin.
Erst nachdem der Einsatzleiter der Feuerwehr hinzukam und ihn ebenfalls aus dem Gefahrenbereich verwies, verließ der Mann die Einsatzstelle – nach Angaben vor Ort unter lautstarken Beschimpfungen und mit erhobenem Mittelfinger in Richtung der Polizistin.


In die Richard-Wagner-Straße wurden die Einsatzkräfte zu einem Brandgeruch im Treppenhaus alarmiert
Noch vor Abschluss des Einsatzes am Hafermarkt wurden die Kräfte zu einem weiteren Einsatz alarmiert. Stichwort war „Brandgeruch im Treppenhaus“ in der Richard-Wagner-Straße im Stadtteil Engelsby. Vor Ort stellten die Einsatzkräfte einen leichten Brandgeruch fest. Trotz rund einer halben Stunde Suche im Treppenhaus sowie im rückwärtigen Bereich unter einem Balkon konnte keine Ursache festgestellt werden.

Wie stark die Wohnung über dem Brandkeller am Hafermarkt beschädigt ist und ob sie weiter genutzt werden kann, soll nach der Begutachtung durch den angeforderten Statiker entschieden werden.

Noch während des Einsatzes am Hafermarkt hat die Kripo die Ermittlungen aufgenommen. Ob die Ursache für den Brand eine Brandstiftung war, müssen die Ermittlungen zeigen.