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Rettungsgasse – Weg frei für die Retter

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Alle hoffen im Notfall auf schnelle Hilfe - Archivfoto: Thomsen

Wer bei einem Stau keine Rettungsgasse bildet, muss seit mehr als einem Jahr mit saftigen Strafen rechnen: außer einem Bußgeld zwischen 200 und 320 Euro werden für solche Verkehrssünder zwei Punkte in Flensburg und ein einmonatiges Fahrverbot fällig. Dennoch scheren sich viele Autofahrende nicht um diese Regel, beklagen in jüngster Zeit wieder Rettungskräfte, Feuerwehr und Polizei.

Was vielen Betroffenen Rätsel aufgibt: „Einen eigenen Vorteil hat keiner, der den Weg für die Rettungskräfte blockiert. Dadurch kommt man keine Sekunde schneller voran“, sagt Markus Egelhaaf aus der DEKRA Unfallforschung, selbst als Feuerwehrmann aktiv. „Ganz im Gegenteil werden die Rettungs- und Bergefahrzeuge ausgebremst, verzögern sich in der Regel die Rettungsmaßnahmen, Unfallaufnahme und die Räumung der Fahrbahn. Der Stau löst sich erst später auf“, so der Unfallexperte. Wer die Fahrbahn nicht freimacht, trägt selbst dazu bei, dass sich die Wartezeit im Stau verlängert.
Aber reicht es nicht, wenn ich die Rettungsgasse nicht gleich bei jedem Stau, sondern erst dann bilde, wenn ich die Rettungsfahrzeuge im Rückspiegel sehe, könnte mancher Staugeplagte fragen. „Für die Fahrer der Rettungsfahrzeuge bedeutet das jedes Mal eine unübersichtliche Verkehrssituation, zwingt sie zum Abbremsen und verursacht damit einen massiven Zeitverlust“, erklärt Egelhaaf. „Selbst wenn der Zeitverlust im Einzelfall mit nur wenigen Sekunden gering erscheint, summiert er sich beim Durchfahren eines eventuell mehrere Kilometer langen Staus schnell auf etliche Minuten auf – ein Zeitverlust, der einem Unfallopfer unter Umständen das Leben kosten kann.“

Ist der Verkehr komplett zum Erliegen gekommen, fehlt zudem oft der Platz, um ohne größere Rangieraktionen eine ausreichend breite Rettungsgasse zu schaffen. Oft sind dann hektische Manöver sowie wildes Anhupen der davor oder dahinter stehenden Fahrzeuge an der Tagesordnung. Das entfällt, wenn schon bei Entstehen eines Staus eine Rettungsgasse gebildet wird: Fahrzeuge auf dem linken Fahrstreifen ganz links, alle anderen so weit wie möglich nach rechts. Egelhaaf: „Wir alle hoffen im Notfall auf schnelle und professionelle Hilfe. Was hindert also noch so viele daran, vorausschauend zu fahren und mit der Bildung einer Rettungsgasse den eigenen Beitrag für eine schnelle Hilfe zu
leisten? Außerdem geht es damit oftmals schneller weiter.“


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