Schleswig-Holstein: Deutlicher Anstieg bei Fahrradunfällen – Land startet Präventionskampagne „Besser ankommen"
| von Thomsen / Foerde.news
Schleswig-Holstein – Die Unfallzahlen im Radverkehr Schleswig-Holsteins geben Anlass zur Sorge: Im vergangenen Jahr kamen 15 Menschen bei Fahrradunfällen ums Leben. Weitere 635 wurden schwer, 4.290 leicht verletzt – ein signifikanter Anstieg, insbesondere bei den Schwerverletzten, deren Zahl im Vergleich zu 2023 um knapp 11 Prozent stieg. Insgesamt ereigneten sich 3.610 Unfälle mit herkömmlichen Fahrrädern und 1.636 mit E-Bikes. Letztere verzeichneten gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs von 4,7 Prozent.
Angesichts dieser Entwicklung hat die Landesregierung in Zusammenarbeit mit der Landespolizei eine neue landesweite Verkehrssicherheitskampagne gestartet. Unter dem Titel „Besser ankommen“ liegt der Fokus 2025 klar auf dem Radverkehr. „Unsere zentrale Botschaft lautet: Rücksicht steht allen gut – denn jeder Unfall ist einer zu viel“, erklärte Verkehrs-Staatssekretärin Susanne Henckel am Dienstag bei der offiziellen Vorstellung in Kiel.
Gemeinsam mit Thomas Weißenberg vom Landespolizeiamt sowie Yvonne Liesenfeld vom Werbepartner Ströer stellte Henckel die Kernbotschaften der neuen Kampagne vor. Im Zentrum steht eine dreigeteilte Plakatserie, die ab sofort landesweit auf digitalen und analogen Werbeflächen zu sehen ist – sowie über mobile Apps ausgespielt wird.
Die Motive zeigen exemplarische Gefahrensituationen aus dem Alltag:
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Ein sogenannter „Dooring“-Unfall, bei dem ein Autofahrer unachtsam seine Tür öffnet.
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Eine abgelenkte Fußgängerin mit Kopfhörern, die bei Rot über die Straße läuft.
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Ein Radfahrer, der verbotswidrig den Radweg in falscher Richtung nutzt.
Alle „Verkehrssünder“ tragen dabei einen auffällig pinken Pullover – ein bewusst gewählter optischer Anker. Polizeioberrat Weißenberg betonte: „Die Kampagne soll verdeutlichen, dass Verkehrssicherheit nicht allein durch Infrastruktur entsteht – sondern durch gegenseitige Rücksichtnahme und Regelkonformität.“
Die Initiative fußt auf dem Koalitionsvertrag der Landesregierung, der die Verbesserung von Sicherheit und Qualität im Straßenverkehr – insbesondere für die schwächeren Verkehrsteilnehmer – ausdrücklich als Schwerpunkt benennt. „Die Zahl der Verkehrsunfälle bleibt hoch – leider ohne Trendwende“, sagte Henckel.
Die landesweite Kampagne wird mit jährlich rund 140.000 Euro vollständig aus Landesmitteln finanziert. Sie ist Teil einer umfassenderen Strategie, um Radverkehr sicherer und attraktiver zu machen – nicht nur für Radfahrende selbst, sondern für alle Verkehrsteilnehmer im Land.