Serien-Brandstifter? - Mehrere Verletzte bei Feuer
| von Thomsen / Foerde.news
Am heutigen Sonntagmorgen wurde die Berufsfeuerwehr gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Klues gegen 7.30 Uhr zunächst in die Harrisleer Straße 41 alarmiert. Dort war ein verrauchtes Treppenhaus gemeldet worden, zudem sollten sich noch mehrere Personen in den Wohnungen befinden. Kurz darauf ging in der Leitstelle ein weiterer Notruf aus der Apenrader Straße ein: Zunächst wurde ein Brand unter der Hausnummer 7 gemeldet, vor Ort stellte sich jedoch heraus, dass das Treppenhaus der Apenrader Straße 9 betroffen war.
Nach Eintreffen der ersten Rettungskräfte in der Harrisleer Straße wurde aufgrund der unklaren Lage und der Zahl der mutmaßlich Betroffenen die Alarmstufe erhöht. Auch aus der Apenrader Straße wurde wenig später eine größere Anzahl eingeschlossener Personen gemeldet. Die Leitstelle forderte daraufhin alle verfügbaren Rettungsmittel aus der Stadt Flensburg an und beorderte zusätzlich Rettungswagen aus den Nachbarkreisen Nordfriesland und Schleswig-Flensburg an die Einsatzstellen. Mehrere Notärzte wurden ebenfalls angefordert, die Diako Flensburg löste einen internen Alarm aus, um auf die Einlieferung vieler Verletzter vorbereitet zu sein.
In der Harrisleer Straße brannte es im Bereich des Treppenhauses. Dort hatte nach ersten Erkenntnissen vermutlich Unrat im Treppenraum Feuer gefangen. Die Flammen griffen auf die darüberliegende Elektroverteilung über. Das Gebäude liegt in einem Hinterhof hinter einer schmalen Einfahrt, sodass keine Drehleiter in Stellung gebracht werden konnte. Die Einsatzkräfte gingen unter Atemschutz in das Gebäude vor, löschten den Brand im Inneren und brachten die Bewohner über das Treppenhaus ins Freie.Durch das Brandgeschehen wurden insgesamt fünf Personen verletzt und in Krankenhäuser verbracht. Ein 35-Jähriger sowie eine 25-Jährige und ein 2-jähriges Kind wurden schwer verletzt. Ein Mann erlitt schwere Verletzungen und wurde nach einer ersten Versorgung in der Diako in das Brandverletztenzentrum nach Lübeck verlegt. Die Stadtwerke Flensburg waren mit dem Notdienst vor Ort und schalteten das Haus stromlos.
In der Apenrader Straße kam es zu zwei Bränden. Hier mussten insgesamt 23 Menschen aus dem brennenden Gebäude gerettet werden. Zunächst erfolgte die Rettung über Steckleitern von der Gebäuderückseite, da das Treppenhaus nicht passierbar war. Hier brannte laut Polizei ein Kinderwagen im Breich eines Durchganges. Nachdem die Feuerwehr den Brand im Treppenhaus gelöscht hatte, konnten über diesen Weg die letzten Bewohner in Sicherheit gebracht werden. Bei dem Einsatz wurde keine Person verletzt, erklärte der Pressesprecher Marcel Paulsen von der Polizeidirktion Flensburg. Nur wenige Meter weiter brannte es ebenfalls im Treppenhaus. Auch hier verhinderten bauliche Gegebenheiten den Einsatz einer Drehleiter. Ein unbekannter Gegenstand stand im Treppenhaus in Flammen. Auch hier wurden fünf Personen durch den Brand verletzt. Eine 23-jährige Person erlitt schwere Brandverletzungen.

Die eingesetzten Kräfte der Berufsfeuerwehr sowie der Freiwilligen Feuerwehren Klues, Weiche, Innenstadt und Harrislee löschten die Brände und führten die Menschenrettung durch. Die Firma Aktiv Bus stellte – wie bereits vor zwei Wochen – auf ihrem nur wenige Meter entfernten Betriebshof einen Linienbus als warmen Aufenthaltsraum für die Betroffenen zur Verfügung. Auf dem Betriebshof wurde zudem ein Sammelpunkt für die Rettungswagen eingerichtet.
Während des Einsatzes wurde auch ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr verletzt, als sie versuchte, eine Katze in Sicherheit zu bringen.
Bereits am 6. Dezember war es in drei Gebäuden im selben Stadtteil zu Rauchentwicklungen gekommen; ein Haus ist seitdem unbewohnbar, eine Person wurde damals leicht verletzt ins Diakonissenkrankenhaus gebracht. Auch diesmal sind die Schäden erheblich: Die Wohnungen in der Apenrader Straße sind durch Brandrauch und Brandrückstände derzeit nicht mehr bewohnbar.
Die Einsätze von Berufsfeuerwehr, mehreren Freiwilligen Feuerwehren, Rettungsdienst und Polizei dauerten mehrere Stunden und konnten erst gegen 11 Uhr beendet werden. Am Rande des Einsatzes kam es zu Behinderungen, als ein Mercedes-Fahrer bis unmittelbar an die Einsatzfahrzeuge heranfuhr und erst dort bemerkte, dass er nicht weiterkam.
Die Polizei geht – wie bereits vor zwei Wochen – von Brandstiftung aus. Im Nahbereich wurde nach möglichen Tatverdächtigen gesucht. Die Ermittlungen zur genauen Brandursache und zu einem möglichen Zusammenhang der Brände dauern an.
