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Sturm facht Feuer an: Reetdachhaus fällt Großbrand zum Opfer

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Dollerup - Für das Wohnhaus und den Stall gab es trotz des schnellen Einsatzes der über 100 Einsatzkräfte keine Rettung mehr. Fotos: Iwersen

Es war ein schwieriger Einsatz, der die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren im Amt Langballig kurz nach Mitternacht aus den Betten holte. Im Ortsteil Nordballig war in einem Reetdachhaus ein Feuer ausgebrochen - nicht zuletzt der schwere Sturm bereitet den Rettern Problem.
Gegen 0.15 Uhr ging der Alarm über den Notruf bei der Rettungsleitstelle in Harrislee ein. Die Bewohner des Hauses selbst meldeten an ihrem Reetgedeckten Wohnhaus eine Rauchentwicklung. „Doch schon auf der Anfahrt konnten wir sehen, dass sich der Brand ausgebreitet hatte“, erinnert sich Einsatzleiter Bert Ketelsen von der Freiwilligen Feuerwehr Dollerup. Als die ersten Kräfte kurz danach den Brandort im Außenbereich der Gemeinde erreichten, brannte das ganze Haus schon lichterloh. „Glücklicherweise hatte sich die Familie aber schon ins Freie gerettet und uns in Empfang genommen“, zeigt sich Einsatzleiter Ketelsen erleichtert.
Nachdem er den Flammenschein auf dem Weg zum Einsatzort bemerkt hatte, ließ er sofort die Alarmstufe erhöhen und weitere Wehren nachalarmieren - darunter auch die Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Glücksburg.
Doch auf die Einsatzkräfte kamen gleich mehrere Probleme zu - eines davon war der vorherrschende Sturm. Dieser hatte das Feuer so sehr angefacht, dass es auch schon auf die direkt an das Wohnhaus angebaute Scheune übergegriffen hatte. Zudem war die Zufahrtsstraße zum Brandobjekt sehr schmal - es passte immer nur ein Feuerwehrauto auf den asphaltierten Weg. „Das erforderte schon eine gewisse Organisation, um die richtigen Fahrzeuge vorne am Brandort zu haben“, gibt Bert Ketelsen zu bedenken. Als weiteres Hindernis eines schnellen Löscherfolgs erwies sich die Wasserversorgung, die in der abgelegenen Straße nicht optimal ausgebaut ist. „Wir haben daher sowohl Wasser von der nächstgelegenen Straße über eine Strecke von ungefähr 800 Metern aus einem Hydranten an die Brandstelle gefördert - zudem gibt es hier ein Überschwemmungsgebiet, aus dem wir weiteres Löschwasser heranpumpen konnten“, erklärt Ketelsen die Schwierigkeiten.
Für das Wohnhaus und den Stall gab es trotz des schnellen Einsatzes der über 100 Einsatzkräfte keine Rettung mehr. Beide Gebäude brannten völlig nieder.
Das brennende Wohnhaus konnten die Feuerwehrleute nur mit der Drehleiter von oben aus löschen, denn brennendes Reet war mit Einsturz des hölzernen Dachstuhls in das Innere des Hauses gefallen - ein Betreten des Gebäudes wäre aber wegen der bestehenden Einsturzgefahr viel zu gefährlich für die Retter gewesen.
Mit einem Bagger sollte noch in der Nacht die Giebelwand des Hauses eingerissen werden, die bis dahin den Flammen standgehalten hatte - allerdings wäre die Gefahr eines unkontrollierten Einsturzes zu groß gewesen.
Die Löscharbeiten dauerten die ganze Nacht an - nicht zuletzt, weil der Wind das Feuer immer wieder anfachte.
Noch ist völlig unklar, wie der Brand auf dem Resthof ausbrechen konnte. Um die Ursache für das Feuer zu ermitteln, nahm die Kriminalpolizei noch in der Nacht die Ermittlungen auf und beschlagnahmte die Brandstelle für weitere Untersuchungen.


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