Wegen Entführungsverdachts: Polizei macht die dänische Grenze dicht
| von Thomsen / Foerde.news
Preetz/Flensburg – Eine mutmaßliche Entführung hat am Freitagabend einen größeren Polizeieinsatz ausgelöst. Gegen 19.30 Uhr wurde der Landespolizei in Preetz gemeldet, dass eine Frau hysterisch schreiend von einem Mann in ein Auto gebracht worden sei. Verletzt wurde nach dem Einsatz niemand, der Entführungsverdacht bestätigte sich nicht.
Da an dem Fahrzeug dänische Kennzeichen angebracht waren, bestand zunächst der Verdacht, dass der Wagen in Richtung Dänemark unterwegs sein könnte. Daraufhin leiteten die Einsatzkräfte umgehend umfangreiche Fahndungsmaßnahmen ein.
Auch die Bundespolizei in Flensburg wurde eingebunden und besetzte die Grenzübergänge mit Streifenwagen. Zeitgleich lief die Fahndung nach dem gesuchten Fahrzeug weiter.
Gegen 20.15 Uhr sichtete eine Streife der Bundespolizei den gesuchten Ford mit zwei Insassen auf der Autobahn in Höhe Altholzkrug. Das Fahrzeug wurde auf den Rasthof Scandipark geleitet. Weitere Streifenwagen von Landes- und Bundespolizei wurden zum Anhalteort entsandt.
Dort wurde der Fahrer aus dem Wagen gesprochen und am Boden fixiert. Im Verlauf der Kontrolle stellte sich jedoch heraus, dass es sich nicht um eine Entführung handelte. Nach Polizeiangaben war das Paar zuvor auf einer Familienfeier in Preetz gewesen. Die 25-jährige Slowakin hatte demnach offensichtlich viel Alkohol getrunken. Ihr 46-jähriger Partner, ein Libanese, wollte sie nach Hause nach Dänemark bringen. Während der Fahrt beziehungsweise beim Einsteigen habe die Frau hysterisch geschrien, woraufhin Augenzeugen die Polizei verständigten.
Ein Atemalkoholtest bei der Frau ergab einen Wert von 1,79 Promille. Der Fahrer war nüchtern.
Der Verdacht einer Entführung bestätigte sich damit nicht. Der Einsatz zeigte nach Angaben der Polizei zugleich die enge Zusammenarbeit von Landes- und Bundespolizei.