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Institut für Inklusive Bildung wird neue zentrale Einrichtung an der Kieler Universität

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Kiel - Das Team des Instituts für Inklusive Bildung. Foto: Institut für Inklusive Bildung

Innerhalb von fünf Jahren sollte das „Institut für Inklusive Bildung“ zeigen, wie Bildungsangebote von und mit Menschen mit Behinderungen weiterentwickelt und erstmals Bildungsfachkräfte ausgebildet werden können. Bildungsministerin Karin Prien und CAU-Präsidentin Professorin Simone Fulda beschlossen am Freitag, 10. Dezember, dieses vielfach ausgezeichnete Erfolgskonzept innerhalb der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) fest zu verankern. Hierfür erhält die Landesuniversität 800.000 Euro jährlich. Gegründet wird damit eine neue zentrale Einrichtung, die die Säulen Forschung und Lehre der gemeinnützigen Einrichtung unter dem Dach der Stiftung Drachensee in die Landesuniversität integriert. Perspektivisch soll das Institut zu einem Inklusionszentrum ausgebaut werden. Darin entstehen berufliche Ausbildungen, durch die Menschen mit Behinderungen deutlich mehr Chancen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt bekommen.

„Das ist ein Leuchtturmprojekt in Schleswig-Holstein und darüber hinaus“, lobte Wissenschaftsministerin Karin Prien. „Menschen, die selbst die Perspektive einer Behinderung mitbringen werden so ausgebildet, dass sie diese Perspektive als Experten besser an andere weitergeben können. Sie unterrichten an den Hochschulen, zum Beispiel in den Lehramtsfächern, sozialen Studiengängen, Medizin oder Architektur. Dort vermitteln sie den angehenden Lehr-, Fach- und Führungskräften ihre Lebensweisen, spezifischen Bedarfe und Sichtweisen. Gerade Lehr- und Führungskräfte brauchen dieses Wissen. Sie spielen bei der Inklusion eine große Rolle, haben aber fast immer selbst keine Behinderung. Ihnen fehlt damit eine entscheidende Perspektive“, so Prien. Die Modellfinanzierung laufe in diesem Jahr aus, aber das Land habe entschieden, mit 800.000 Euro pro Jahr den Fortbestand des Instituts dauerhaft zu sichern.

CAU-Präsidentin Fulda freut sich über die Entscheidung: „Das Institut ermöglicht es, sechs Menschen mit sogenannten geistigen Behinderungen, ihre Lebensweisen, spezifischen Bedarfe und Sichtweisen insbesondere den Studierenden an schleswig-holsteinischen Hochschulen zu vermitteln. Auch die Ausbildung von Bildungsfachkräften wird künftig an der CAU durchgeführt. Ich freue mich sehr, dass wir dieses Leuchtturmprojekt in der Kieler Universität verankern können!“ Über die Lehre hinaus werde Forschung zum Thema Inklusion – beispielsweise über die Auswirkungen von Bildungsfachkräften auf den Arbeitsmarkt oder die Entwicklung inklusiver Hochschuldidaktik – zu den Aufgaben der neuen Einrichtung gehören.

Über das Institut für Inklusive Bildung
Die Institut für Inklusive Bildung gGmbH (IIB), zu 100 % in Trägerschaft der Stiftung Drachensee, führt seit dem November 2016 Bildungsarbeit der Bildungsfachkräfte im Rahmen eines fünfjährigen Modellprojektes durch. Ursprünglich wurde das Vorhaben von der Aktion Mensch und der Stiftung Drachensee finanziert, dann durch das Land Schleswig-Holstein gefördert und durch ein breites Vernetzungsforum mit Akteurinnen und Akteuren aus Fach- und Hochschulen, Politik, Verwaltung und Selbstvertretungsverbänden unterstützt. Während die Säulen Forschung und Lehre an die CAU wechseln, bleibt die Säule Beratung und Entwicklung in der gemeinnützigen GmbH erhalten. Diese umfasst den bundesweiten Aufbau weiterer Qualifizierungen. Aktuell wird die Qualifizierung zur Bildungsfachkraft bereits an sechs Hochschulstandorten durchgeführt. https://inklusive-bildung.org/

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