349 Mutige springen in die Ostsee - Saisonfinale der Eisbademeisters am Ostseebad

 |  von Marie Holm

Bei fünf Grad Wasssertemperatur sprangen viele Menschen in Wasser - Fotos: Thomsen

Flensburg – Das Saisonfinale der Flensburger Eisbademeisters hat am Sonntag erneut viele Schaulustige und Winterbader an das Ostseebad gelockt. Bei fünf Grad Wassertemperatur und neun Grad Lufttemperatur stiegen 349 Teilnehmer ins Wasser. Damit blieb die Veranstaltung zwar unter der Bestmarke des Vorjahres von 374, die Organisatoren zeigten sich dennoch zufrieden.

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Die Inititoren vom Eisbaden Flensburg Anneke und Martin Bergholz
„Wir haben den Rekord zwar nicht geknackt, sind aber trotzdem stolz auf den Erfolg“, sagte Initiatorin Anneke Bergholz auf telefonische Nachfrage. Gemeinsam mit Martin Bergholz organisiert sie die Aktion in Flensburg.

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Die Eisbademeisters bestehen in Flensburg seit Anfang 2024. Nach zwei Testveranstaltungen folgte zunächst eine vollständige Saison, nun endete bereits die zweite volle Wintersaison. Gebadet wird dabei regelmäßig von November bis März – stets am Ostseebad. Ausschlaggebend für den Standort seien vor allem die gute Erreichbarkeit, die Parksituation und der Steg mit seinem kleinen Häuschen.

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Die Idee zu dem Projekt entstand aus der eigenen Begeisterung für das Winterbaden. Anneke Bergholz hatte bereits vor mehreren Jahren damit begonnen, sich vom Sommer bis in die kalte Jahreszeit hinein an das Baden im Freien heranzutasten. Später lernte das Ehepaar die Eisbademeisters in Hamburg kennen. Daraus entstand der Wunsch, auch in Flensburg eine gemeinnützige Aktion rund um das eigene Hobby auf die Beine zu stellen.

Unterstützung kam beim Saisonfinale auch vom Feuerwehr-Stadtverband. Dort war unter den ehrenamtlichen Kameraden nachgefragt worden, wer Lust habe, sich an der Aktion zu beteiligen und für den guten Zweck ins Wasser zu springen. 15 Kameraden folgten dem Aufruf, kamen an den Strand und machten sich für die Spendenaktion nass.

Damit die Feuerwehrleute im Wasser überhaupt als solche zu erkennen waren, trugen zwei Feuerwehrmänner der Freiwilligen Feuerwehren Tarup und Innenstadt ausgediente Feuerwehrbekleidung und sprangen damit ins Meer. Die Feuerwehr betonte jedoch ausdrücklich, dass es sich dabei ausschließlich um eine besondere Aktion gehandelt habe. Grundsätzlich werde davor gewarnt, mit Kleidung ins Wasser zu gehen, da dies mit erheblichen Gefahren verbunden sei.

"Die Teilnehmerzahlen entwickelten sich seitdem deutlich nach oben. Bei den ersten beiden Testveranstaltungen gingen 45 Menschen ins Wasser, erklärt Martin Bergholz. In der ersten vollen Saison lag der Durchschnitt bei 115 bis 118 Teilnehmern pro Termin. In der aktuellen Saison waren es im Schnitt bereits knapp 130. Das große Saisonfinale gehört dabei zu den Höhepunkten.

Ein wesentlicher Teil der Spendensumme kam erneut von der Peter-Jensen-Stiftung aus Hamburg. Sie unterstützte die Veranstaltung mit 10.470 Euro. Hinzu kamen 355 Euro von „Winterbaden Eckernförde“, 235 Euro von FUK (Fritid Unge og Kultur) sowie 492,86 Euro aus Spendendose und PayPal. Insgesamt kamen so 11.552,86 Euro zusammen.

Das Geld fließt nach Angaben der Organisatoren an zehn Vereine und Initiativen in Flensburg. Unterstützt werden unter anderem Projekte aus den Bereichen Obdachlosenhilfe, Kinderschutz, Tier- und Umweltschutz sowie Frauenhilfe.

Auch das Teilnehmerfeld zeigte erneut eine große Bandbreite. Nach Einschätzung der Veranstalter waren bereits Kinder im Grundschulalter dabei, zugleich beteiligen sich regelmäßig auch ältere Winterbader. Eine feste Altersgrenze nach oben gebe es nicht.

Vor dem Start um 13 Uhr informierten die Organisatoren die Teilnehmer über den Ablauf und die Sicherheitsregeln. Das Deutsche Rote Kreuz war ebenfalls vor Ort. Ins Wasser ging es anschließend entweder über den Steg oder direkt vom Strand aus. Trotz des Andrangs verlief die Aktion geordnet.

Am Ende stand zwar kein neuer Rekord, wohl aber ein starkes Zeichen für den guten Zweck – und für die wachsende Begeisterung am Winterbaden in Flensburg.