Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Flensburg saisonal gestiegen

 |  von Thomsen / Foerde.news

Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt erwartet - Foto: Thomsen

Flensburg – Im Januar 2026 ist die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Flensburg spürbar angestiegen. Nach Einschätzung der Behörde handelt es sich vor allem um einen saisonüblichen Effekt nach dem Ende des Weihnachtsgeschäfts und der Wintersaison im tourismusgeprägten Norden.

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„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit ist typisch für diese Jahreszeit. Nach dem Weihnachtsgeschäft endet in vielen Betrieben die Saison, vor allem im tourismusgeprägten Umfeld“, erklärt Karsten Bunk, Chef der Arbeitsagentur Flensburg. „Diese saisonale Entwicklung ist für sich nicht beunruhigend. Wir setzen darauf, dass in verschiedenen Wirtschaftszweigen bald wieder eine Frühjahrsbelebung mit neuen Einstellungen eintritt.“

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Gesamtentwicklung im Agenturbezirk Flensburg

Zum Bezirk der Agentur für Arbeit Flensburg gehören die Stadt Flensburg, der Kreis Nordfriesland und der Kreis Schleswig-Flensburg. Im Januar 2026 waren dort insgesamt 16.892 Menschen arbeitslos gemeldet – das sind 1.098 Personen mehr als im Dezember, ein Plus von 7 Prozent. Im Vergleich zum Januar 2025 bedeutet dies einen leichten Anstieg um 140 Personen (1 Prozent).

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Die Arbeitslosenquote lag bei 6,5 Prozent und damit 0,4 Prozentpunkte über dem Vormonat. Gegenüber dem Vorjahresmonat blieb sie unverändert; auch damals lag sie bei 6,5 Prozent.

  • Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) waren 7.355 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind 802 mehr als im Dezember und 642 mehr als vor einem Jahr.

  • Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) wurden 9.537 Arbeitslose registriert. Das sind 296 mehr als im Vormonat, aber 502 weniger als im Januar 2025.

Damit wurden 57 Prozent aller Arbeitslosen von den Jobcentern betreut.

Trotz des saisonalen Anstiegs bleibt die Arbeitskräftenachfrage robust: Im Januar wurden 958 offene Stellen neu gemeldet, 281 mehr als im Dezember und 426 mehr als vor einem Jahr. Insgesamt befanden sich 3.579 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.

Besonders viele offene Stellen wurden gemeldet in den Bereichen:

  • Gesundheits- und Sozialwesen

  • sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen

  • öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung

  • Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz

  • freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen

  • Verarbeitendes Gewerbe

Beschäftigungsentwicklung und Unterbeschäftigung

Zum letzten Stichtag der Beschäftigungsstatistik mit gesicherten Angaben, Ende Juni 2025, waren im Bezirk 172.990 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das entspricht einem leichten Rückgang um 377 Beschäftigte bzw. 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal (nach –416 bzw. –0,2 Prozent im Vorquartal).

Auffällig sind die gegenläufigen Branchenentwicklungen:

  • Gesundheitswesen: plus 1.139 Beschäftigte (+9,3 Prozent)

  • Energieversorgung: minus 659 Beschäftigte (–26,8 Prozent)

In die Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) waren im Januar 20.189 Personen einbezogen. Die Unterbeschäftigungsquote lag bei 7,7 Prozent.

In der Grundsicherung (Jobcenter) sank die Zahl der Bedarfsgemeinschaften im Vorjahresvergleich um 459 (–3 Prozent) auf 15.506. Insgesamt wurden im Berichtsmonat 20.528 erwerbsfähige Bürgergeldberechtigte betreut – 530 Personen weniger (–3 Prozent) als vor einem Jahr.

Die Regionen im Überblick

Stadt Flensburg

In der Stadt Flensburg stieg die Zahl der Arbeitslosen im Januar auf 4.696 Personen. Das sind 317 mehr als im Dezember (+7 Prozent) und 54 mehr als im Vorjahresmonat (+1 Prozent).

Die Arbeitslosenquote lag wie vor einem Jahr bei 8,7 Prozent, allerdings 0,6 Prozentpunkte höher als im Dezember.

  • Im Rechtskreis SGB III wurden 1.824 Arbeitslose gezählt – 142 mehr als im Vormonat und 204 mehr als vor einem Jahr.

  • Im Rechtskreis SGB II waren 2.872 Personen arbeitslos gemeldet – 175 mehr als im Dezember, jedoch 150 weniger als im Januar 2025.

Jobcenter Flensburg

Das Jobcenter Flensburg betreute im Januar 2.872 arbeitslose Bürgergeld-Empfängerinnen und -Empfänger. Das sind 175 mehr als im Dezember (+6,5 Prozent), aber 150 weniger (–5,0 Prozent) als vor einem Jahr.

  • Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften stieg gegenüber dem Vormonat leicht um 10 auf 5.465 (+0,2 Prozent). Im Jahresvergleich ging sie jedoch um 58 zurück (–1,0 Prozent). Dies ist der niedrigste Januarwert seit Bestehen des Jobcenters Flensburg.

  • Die Zahl der Regelleistungsberechtigten sank zum Dezember leicht um 10 auf 9.425 (–0,1 Prozent). Im Vergleich zum Januar 2025 bedeutet dies ein Minus von 90 Personen (–0,9 Prozent) – ebenfalls der niedrigste Januarwert seit Bestehen des Jobcenters.

Kreis Nordfriesland

Im Kreis Nordfriesland waren im Januar 5.715 Menschen arbeitslos gemeldet – 493 mehr als im Dezember (+9 Prozent) und 41 mehr als vor einem Jahr (+1 Prozent).

Die Arbeitslosenquote stieg auf 6,1 Prozent und lag damit 0,6 Prozentpunkte über dem Vormonat. Im Januar 2025 hatte sie bei 6,0 Prozent gelegen.

  • Im Rechtskreis SGB III stieg die Arbeitslosigkeit auf 2.958 Personen – 429 mehr als im Dezember und 96 mehr als vor einem Jahr.

  • Im Rechtskreis SGB II wurden 2.757 Arbeitslose gezählt – 64 mehr als im Vormonat, jedoch 55 weniger als im Vorjahresmonat.

Die Jobcenter betreuten damit 48 Prozent aller Arbeitslosen.

In der Grundsicherung sank die Zahl der Bedarfsgemeinschaften im Jahresvergleich um 209 (–4 Prozent) auf 4.506. Insgesamt wurden 5.970 erwerbsfähige Bürgergeldberechtigte betreut – 259 Personen weniger (–4 Prozent) als vor einem Jahr.

Kreis Schleswig-Flensburg

Im Kreis Schleswig-Flensburg waren im Januar 6.481 Menschen arbeitslos gemeldet, 288 mehr als im Dezember (+5 Prozent) und 45 mehr als vor einem Jahr (+1 Prozent).

Die Arbeitslosenquote lag bei 5,9 Prozent – 0,3 Prozentpunkte über dem Vormonat, aber auf dem gleichen Niveau wie im Januar 2025.

  • Im Rechtskreis SGB III stieg die Zahl der Arbeitslosen auf 2.573 Personen – 231 mehr als im Vormonat und 342 mehr als vor einem Jahr.

  • Im Rechtskreis SGB II wurden 3.908 Arbeitslose registriert – 57 mehr als im Dezember, aber 297 weniger als ein Jahr zuvor.

Die Jobcenter betreuten damit 60 Prozent aller Arbeitslosen im Kreis.

Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften ging im Jahresvergleich um 192 (–3 Prozent) auf 5.535 zurück. Insgesamt wurden 7.467 erwerbsfähige Bürgergeldberechtigte gezählt – 241 weniger (–3 Prozent) als vor einem Jahr.

Der Arbeitsmarkt nach Geschäftsstellen

Die Agentur für Arbeit Flensburg gliedert ihren Bezirk in mehrere Geschäftsstellen. Auch hier zeigt sich das saisonale Muster, teilweise mit deutlichen Unterschieden.

Geschäftsstelle Husum

In Husum stieg die Zahl der Arbeitslosen von Dezember auf Januar um 143 auf 2.493 Personen. Das sind 87 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag bei 6,0 Prozent (Vorjahr: 6,2 Prozent).

  • SGB III: 921 Arbeitslose, 120 mehr als im Vormonat, 34 mehr als vor einem Jahr.

  • SGB II: 1.572 Arbeitslose, 23 mehr als im Dezember, aber 121 weniger als im Vorjahr.

Der Bestand an Arbeitsstellen sank im Januar um 33 auf 378. Gegenüber dem Vorjahresmonat waren das 100 Stellen weniger. Arbeitgeber meldeten 58 neue Stellen, 6 mehr als vor einem Jahr.

Geschäftsstelle Kappeln

In Kappeln stieg die Arbeitslosigkeit um 44 auf 838 Personen. Das sind 35 weniger als vor einem Jahr. Die Quote lag bei 5,7 Prozent (Vorjahr: 6,0 Prozent).

  • SGB III: 374 Arbeitslose, 36 mehr als im Dezember, 21 mehr als vor einem Jahr.

  • SGB II: 464 Arbeitslose, 8 mehr als im Vormonat, aber 56 weniger als vor einem Jahr.

Der Stellenbestand wuchs im Januar um 9 auf 186 Stellen, lag aber 41 unter dem Vorjahreswert. Gemeldet wurden 86 neue Stellen, 37 mehr als im Januar 2025.

Geschäftsstelle Niebüll

In Niebüll erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen um 155 auf 1.753 Personen. Das sind 115 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag bei 6,1 Prozent (Vorjahr: 5,6 Prozent).

  • SGB III: 996 Arbeitslose, 122 mehr als im Dezember und 68 mehr als vor einem Jahr.

  • SGB II: 757 Arbeitslose, 33 mehr als im Vormonat und 47 mehr als ein Jahr zuvor.

Der Stellenbestand stieg deutlich um 279 auf 611 Stellen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind das 259 Stellen mehr. Arbeitgeber meldeten 331 neue Stellen, 292 mehr als im Januar 2025.

Geschäftsstelle Schleswig

In Schleswig nahm die Zahl der Arbeitslosen um 142 auf 3.306 Personen zu. Das sind 31 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 6,9 Prozent – genau so hoch wie im Januar 2025.

  • SGB III: 1.097 Arbeitslose, 115 mehr als im Dezember und 174 mehr als vor einem Jahr.

  • SGB II: 2.209 Arbeitslose, 27 mehr als im Vormonat, aber 143 weniger als im Vorjahr.

Der Bestand an Arbeitsstellen sank im Januar um 140 auf 571, lag aber 65 Stellen über dem Niveau des Vorjahres. Es wurden 129 neue Stellen gemeldet, 17 mehr als im Januar 2025.

Geschäftsstelle Westerland

In Westerland stieg die Arbeitslosigkeit um 95 auf 693 Personen – 15 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag bei 5,7 Prozent (Vorjahr: 5,5 Prozent).

  • SGB III: 621 Arbeitslose, 104 mehr als im Dezember und nahezu unverändert zum Vorjahr (+3 Personen).

  • SGB II: 72 Arbeitslose, 9 weniger als im Vormonat, aber 12 mehr als vor einem Jahr.

Der Stellenbestand sank im Januar um 10 auf 296, lag aber 10 Stellen über dem Vorjahreswert. Arbeitgeber meldeten 19 neue Stellen – genauso viele wie im Januar 2025.

Geschäftsstelle Tönning

In Tönning erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen um 100 auf 776 Personen. Damit lag sie nahezu auf Vorjahresniveau (–2 Personen). Die Arbeitslosenquote betrug 6,6 Prozent, ebenso wie im Januar 2025.

  • SGB III: 420 Arbeitslose, 83 mehr als im Dezember, 9 weniger als vor einem Jahr.

  • SGB II: 356 Arbeitslose, 17 mehr als im Vormonat und 7 mehr als im Vorjahresmonat.

Der Bestand an Arbeitsstellen ging im Januar leicht um 4 auf 161 zurück. Im Jahresvergleich waren das 27 Stellen weniger. Arbeitgeber meldeten 32 neue Stellen, 2 mehr als im Januar 2025.

Trotz des saisonalen Anstiegs der Arbeitslosigkeit zeigt der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Flensburg damit ein gemischtes Bild: Während die Zahl der Arbeitslosen zum Jahresbeginn erwartungsgemäß zulegt, deuten stabile bis wachsende Stellenmeldungen und sinkende Zahlen in der Grundsicherung auf eine grundsätzlich robuste Arbeitskräftenachfrage hin. Die Agentur setzt nun auf eine Belebung im Frühjahr.