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Das Nashorn ist wieder da: Rückkehr eines Flensburger Hinguckers

 |  von Thomsen / Foerde.news

Nach langer Absenz ist das Nashorn wieder an seinem Platz angekommen - Fotos: Thomsen

Flensburg – Nach Restaurierung durch die Künstler Claus Lindner und Hans-Ruprecht Leiß bekommt das Flensburger Rathaus sein bekanntes Tier zurück. Die Berufsfeuerwehr mit Höhenretter brachten das rund 180 Kilogramm schwere Kunstwerk wieder in luftige Höhe.

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Das Nashorn ist zurück. Nach der Wiederherstellung durch den Prenzlauer Bildhauer Claus Lindner und den Flensburger Künstler Hans-Ruprecht Leiß hat das rund 180 Kilogramm schwere Kunstwerk wieder seinen Platz auf dem Vordach des Flensburger Rathauses gefunden.

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Für die Rückkehr in rund acht Metern Höhe rückte die Flensburger Berufsfeuerwehr im Rahmen einer Übung erneut mit Drehleiter und Höhenrettern an. Die Kommunalen Immobilien übernahmen die sichere Befestigung des Objekts.

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Künstler Hans-Ruprecht Leiß, auch als „Rups“ Leiß bekannt, sprach von einem besonderen Moment. Nicht nur statisch, sondern auch optisch sei das Nashorn schon immer „eine tolle Sache“ gewesen. Umso schöner sei es, dass es nun wieder an seinen alten Platz zurückkehre. In den vergangenen Jahren habe er immer wieder Reaktionen von Bürgern gehört. Viele hätten ihn im Vorbeigehen gefragt, wo das Tier geblieben sei und ob es noch einmal zurückkomme. Eine Frau habe ihm erzählt, ihre Enkeltochter habe sogar geweint, als das Nashorn damals abgenommen wurde. „Die Flensburger hängen an diesem Tier“, sagte Leiß.

Mit einer Rückkehr habe er nach eigenem Bekunden selbst kaum noch gerechnet. Zwar sei das Kunstwerk in Gesprächen über seine gemeinsame Arbeit mit Claus Lindner immer wieder aufgetaucht. Doch dass es tatsächlich noch einmal auf das Rathausdach kommen würde, habe ihn überrascht.

Vor der Wiederaufstellung wurde das Nashorn gründlich aufgearbeitet. Leiß sprach von einem „Facelifting“. Das im Freien stehende Kunstwerk sei im Laufe der Jahre etwas grün geworden. Unterstützt von Mitarbeitern des Technischen Betriebszentrums und der Feuerwehr wurde das Nashorn in eine Halle des Recyclingzentrums gebracht. Dort sei es mit dem Kärcher gereinigt worden. Die ursprüngliche Farbigkeit habe sich dabei als erstaunlich gut erhalten erwiesen. „Wir hatten gute Farbe genommen“, sagte Leiß. Deshalb sei die Überarbeitung weniger aufwendig gewesen als zunächst gedacht. Ein Teil der alten Bemalung sei weiterhin sichtbar, insgesamt werde das Nashorn nun aber wieder frisch wirken.

Entsprechend groß ist die Freude beim Künstler. Künftig könne er Besuchern in der Stadt wieder das Nashorn zeigen, von dem er so oft erzählt habe. Es sei, sagte Leiß mit einem Augenzwinkern, „keine Vision im Rotweinrausch, sondern das gibt es wirklich“.

Auch Oberbürgermeister Dr. Fabian Geyer begrüßt die Rückkehr des Kunstwerks. Gegenüber Förde.news sagte er, er habe die Wiederaufstellung mit angestoßen, nachdem das Nashorn hinter der Waage entdeckt worden sei. Gemeinsam mit Leiß sei dann schnell der Kontakt aufgenommen worden. Dessen Netzwerk habe geholfen, das Vorhaben umzusetzen.

Geyer sieht in der Rückkehr mehr als nur die Wiederaufstellung eines alten Kunstwerks. Das Rathaus werde dadurch aufgewertet, sagte er. Zugleich lasse das Nashorn Raum für eigene Gedanken: Man könne es gut finden oder nicht, aber es rege zum Nachdenken und Schmunzeln an.

Zur früheren Demontage erklärte Geyer, sein Vorgänger Simon Faber habe das Kunstwerk seinerzeit schlicht nicht gemocht. Das sei damals dessen Entscheidung gewesen. Er selbst finde es „einfach netter“, wenn das Nashorn dort oben stehe, zumal es vielen Flensburgern gefallen habe und von einem Künstler aus der Stadt stamme. Darin liege auch ein Zeichen des Respekts vor der künstlerischen Arbeit.

Politisch habe die Entscheidung nicht abgesichert werden müssen, sagte Geyer weiter. Als Verwaltungschef habe er darüber selbst entscheiden können. Entscheidend sei gewesen, dass der Stadt durch die Wiederaufstellung keine Kosten entstanden. Das Kunstwerk sei kostenfrei von der Familie zur Verfügung gestellt worden, ein Ankauf sei nicht notwendig gewesen. Gleichwohl habe er im Vorfeld genau hingehört, wie die Rückkehr in der Stadt aufgenommen werde. Die Resonanz sei überwiegend positiv gewesen.

Mit der Rückkehr des Nashorns endet damit eine Geschichte, die viele Flensburger über Jahre begleitet hat. Jetzt steht das Tier wieder dort, wo es für viele hingehört: gut sichtbar über dem Eingang des Rathauses - Dank dem Oberbürgermeister Dr. Fabian Geyer.