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Ehemaliges Fördeschiff M/S Viking rostet in kroatischem Hafen vor sich hin

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Flensburg/Zadar - Die letzte aufgezeichnete Fahrt der Viking ist auf den 23.10.2016 datiert - Fotos: Tonio Panzer

Über 30 Jahre lang war die erste „M/S Viking“ als Ausflugsschiff auf der Förde unterwegs - doch vor mehr als 20 Jahren endete die Geschichte des Schiffs auf der Förde. Mittlerweile liegt das Schiff in Kroatien vor Anker - und ist offenbar dem Verfall preisgegeben.

In leuchtendem weiß und strahlendem Blau lackiert nahm das in der Husumer Schiffswerft für die Förde-Reederei gebaute Ausflugsschiff im Jahr 1968 den Dienst als „Butterschiff“ auf der Förde auf - vielen älteren Flensburgerinnen und Flensburgern dürfte diese Zeit mit preiswerten, zollfreien Einkäufen während der Überfahrt nach Dänemark noch in Erinnerung sein. Denn sobald sich das Schiff im Ausland befunden hatte, durften die abgabenfreien Einkäufe wieder nach Deutschland eingeführt werden. Von der an Bord deutlich preiswerter verkauften Butter aus dänischer Produktion stammt auch der Name der Ausflugsfahrten.

Als Bestandteil der „weißen Flotte“ war die 40 Meter lange „M/S Viking“ bis 1999 auf der Förde im Einsatz. Die letzte Fahrt fand am 3. Januar 1999 statt - um 16.30 Uhr legte das Schiff letztmals in Gråsten auf dänischer Seite der Förde ab, fuhr von dort nach Glücksburg und wieder zurück. Später wurde es nach Flensburg überführt, wo es seinem neuen Eigentümer übergeben wurde. Fortan fuhr die Viking unter dem Namen „Christiane II“ zwischen Ueckermünde und Trzebież in Polen als Ausflugsschiff. Eine Zeit später wurde das Fördeschiff erneut verkauft - und auch wieder umbenannt. Es fuhr dann unter dem Namen „Renata I“ auf der Linie Swinemünde - Ahlbeck. Als mit dem EU-Beitritt Polens auch dort Butterfahrten verboten wurden, wechselte die „Renata I“ im Jahre 2007 nicht nur den Besitzer und den Namen - es ging von der kalten Ostsee in die deutlich wärmere Adria vor der Küste Kroatiens. Dort erhielt das Fördeschiff wieder seinen ursprünglichen Namen „Viking“ - und behielt ihn bis zum Schluss. Die aufgeschweißten Buchstaben am Heck und der Seite wurden wieder blau gestrichen - nur der Heimathafen „Zadar“ wurde in blauen Buchstaben einfach über den bisherigen Heimathafen „Flensburg“ lackiert.

Ihre letzten Fahrten absolvierte die Viking als Touristenschiff zwischen den kroatischen Hafenstädten Dubrovnik, Split, Sibenik, Rab, Dugi Otok und Pula.

Die letzte aufgezeichnete Fahrt der Viking ist auf den 23.10.2016 datiert - um 17.13 Uhr legte das Schiff letztmals im Hafen von Zadar an. Seitdem hat es sich nach Angaben von Einheimischen nicht mehr vom Fleck bewegt - und ist offenbar dem Verfall preisgegeben. Der Flensburger Tonio Panzer entdeckte das Schiff in seinem Sommerurlaub an der Adria an seinem Liegeplatz. Die Lackierung ist im Sommer 2022 deutlich verblasst und überall am Rumpf finden sich Rostspuren. Auch der Blick in den Salon dürfte Flensburgerinnen und Flensburger nicht mehr in Erinnerungen schwelgen lassen - denn statt gemütlicher Sitzmöbel findet sich dort nur noch Unrat. Zudem richtete ein Feuer im Juni 2020 erheblichen Schaden auf dem Oberdeck des Schiffes an. Was weiter mit dem Schiff passieren soll ist völlig unklar - auch Einheimische konnten nur berichten, dass das sich seit der letzten Fahrt vor sechs Jahren offensichtlich niemand mehr um das ehemalige Fördeschiff kümmert.


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