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Flensburg will Grundlagen für kommunalen Wohnungsbau schaffen
| von Thomsen / Foerde.news
Flensburg – SSW, SPD, Grüne und Linke dringen auf neue Abteilung in der Verwaltung. Ziel ist mehr Wohnraum für Menschen, die auf dem freien Markt kaum Chancen haben.
Die Ratsfraktionen von SSW, SPD, Grünen und Linken wollen in Flensburg die Voraussetzungen für eine stärkere kommunale Wohnraumversorgung schaffen. Mit einem gemeinsamen Antrag fordern sie die Einrichtung einer neuen Abteilung „Kommunale Wohnraumversorgung“ innerhalb der Stadtverwaltung. Damit soll die Stadt künftig gezielter Wohnangebote für Menschen entwickeln, die auf dem freien Wohnungsmarkt nur schwer oder gar keine Wohnung finden.
Im Mittelpunkt stehen nach Angaben der Fraktionen vor allem ehemals obdach- und wohnungslose Menschen, Frauen nach einem Aufenthalt im Frauenhaus sowie Menschen mit besonderem sozialem Unterstützungsbedarf. Auch gemeinschaftliche und inklusive Wohnprojekte sollen stärker in den Blick rücken.
SSW-Fraktionschef Mats Rosenbaum betonte, es gehe ausdrücklich nicht darum, bestehende Wohnungsbaugenossenschaften oder andere Akteure zu verdrängen. Wo der Markt keine tragfähigen Lösungen mehr biete, müsse die Kommune jedoch Verantwortung übernehmen und selbst handeln können.
Auch aus Sicht der SPD ist der Antrag ein Signal für einen Kurswechsel in der Wohnungspolitik. Der wohnungspolitische Sprecher Florian Matz bezeichnete die Wohnungsfrage als eine der drängendsten sozialen Herausforderungen der Gegenwart, auch in Flensburg. Wenn Menschen trotz Arbeit oder nach schwierigen Lebensphasen keine Wohnung fänden, dürfe die Stadt nicht länger nur zusehen. Mit dem Antrag solle der Wiedereinstieg in die kommunale Wohnraumversorgung eingeleitet werden.
Die Grünen werten den Vorstoß als strategisch wichtigen Schritt für die Stadtentwicklung. Fraktionsvorsitzende Katja Clausen sagte, Wohnen gehöre zur öffentlichen Daseinsvorsorge. Mit der geplanten Abteilung würden erstmals die organisatorischen Voraussetzungen geschaffen, um soziale und inklusive Wohnprojekte gezielt zu entwickeln und langfristig zu sichern.
Für Leon Bossen geht der Antrag ebenfalls über eine reine Hilfe in Einzelfällen hinaus. Man beginne bewusst dort, wo die Not am größten sei, erklärte er mit Blick auf Menschen, die auf dem freien Wohnungsmarkt kaum noch realistische Chancen hätten. Zugleich werde Wohnen wieder stärker als kommunale Aufgabe verankert. Dadurch entstünden Strukturen, mit denen Flensburg langfristig besser auf steigende Mieten, fehlenden bezahlbaren Wohnraum und soziale Bedarfe reagieren könne.
Auch das Linke Bündnis sieht Handlungsbedarf. Fraktionsvorsitzender Tjark Naujoks verwies darauf, dass viele Städte längst zeigten, dass Wohnraumversorgung auch eine kommunale Aufgabe sei. Flensburg müsse diesen Weg nun ebenfalls einschlagen.
Nach dem Willen der vier Fraktionen soll die Verwaltung nun prüfen, an welchen Standorten im Stadtgebiet entsprechende Wohnangebote geschaffen oder weiterentwickelt werden können. Außerdem ist vorgesehen, den Finanzausschuss künftig einmal jährlich über den Stand der Planungen und Maßnahmen zu informieren.
