Glatte Straßen: Linienbus verunglückt – TBZ im Dauereinsatz in Flensburg

 |  von Thomsen / Foerde.news

Fast alle mit Kopfsteinpflaster verlegten Straßen verwandelten sich in spiegelglatte Eisflächen - Fotos: Thomsen

Flensburg – Glatte Straßen haben in der Nacht zu Dienstag in Flensburg für gefährliche Situationen gesorgt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte bereits am Montag über verschiedene Warn-Apps vor überfrierender Nässe und Glatteis gewarnt. Die amtliche Warnung galt bis 4 Uhr am Dienstagmorgen – und sollte sich als berechtigt erweisen.

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Am späten Montagabend stiegen die Temperaturen nach mehreren frostigen Tagen erstmals wieder in den leichten Plusbereich. Bei rund zwei Grad verwandelten sich Schneeschauer in Regen und Nieselregen. Auf dem gefrorenen Untergrund bildete sich innerhalb kurzer Zeit eine tückische Eisschicht.

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Gegen 23.45 Uhr kam es in der Straße Schützenkuhle zu einem Unfall mit einem Linienbus der Autokraft. Der Gelenkbus war von der Friesischen Straße in Fahrtrichtung Innenstadt unterwegs und bog in die mit Kopfsteinpflaster versehene Schützenkuhle ein. Auf dem spiegelglatten Pflaster verlor der Fahrer die Kontrolle über das rund 18 Meter lange Fahrzeug.

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Der Bus rutschte zunächst über einen aufgetürmten Schneehaufen am rechten Fahrbahnrand, dann über Bordstein und Gehweg auf der linken Seite und kam schließlich in der Hecke der Fachschule für Technik und Gestaltung quer zur Fahrbahn zum Stehen. Mit dem Heck touchierte der Bus zudem ein Verkehrsschild. Wie durch ein Wunder blieben der Fahrer und die fünf Fahrgäste unverletzt.

Unmittelbar hinter dem Bus war ein Streifenwagen der Polizei unterwegs. Auch die Beamten gerieten auf der Schützenkuhle ins Rutschen. Erst auf Höhe des Kastanienwegs kam das Einsatzfahrzeug nach einer Bremsung zum Stehen. Die Polizisten stiegen mit großer Vorsicht aus und sicherten die Gefahrenstelle.

Ein weiterer Streifenwagen, der wenig später an der Unfallstelle eintraf, unterstützte die Absperrmaßnahmen. Nachdem der Busfahrer den Gelenkbus aus eigener Kraft wieder auf die Fahrbahn manövrieren konnte, setzte er seine Fahrt fort. Für den übrigen Verkehr blieb die Schützenkuhle zunächst gesperrt: Von der Friesischen Straße aus wurde die Straße mit Pylonen und dem Streifenwagen blockiert, von der anderen Seite stellte sich das zweite Polizeifahrzeug quer. Mehrere Autofahrer mussten wenden und eine andere Route wählen.

Die Polizei alarmierte den Notdienst des Technischen Betriebszentrums (TBZ). Die Einsatzkräfte sollten nicht nur die Schützenkuhle, sondern vor allem Straßen mit Kopfsteinpflaster abstumpfen. Mehr als eine Stunde nach der Alarmierung traf ein Streuwagen des TBZ ein. Der Fahrer wendete sein Fahrzeug und begann, sich gewissermaßen „Salz vor die eigenen Räder“ zu streuen: Während der Rückwärtsfahrt wurde die Fahrbahn mit Auftaumittel bestreut. Innerhalb weniger Sekunden war die Eisschicht weitgehend beseitigt, die Straße konnte wieder freigegeben werden.

Für das TBZ war der Einsatz damit jedoch nicht beendet. Mehrer Größere und kleinere Streufahrzeuge waren seid dem im Einsatz gewesen, um nicht nur die Kopfsteinpflasterstraßen – wie üblich teilweise in Rückwärtsfahrt – zu sichern, sondern auch weitere gefährdete Straßen zu räumen und abzustreuen.

Die Entwarnung des Deutschen Wetterdienstes erfolgte schließlich am frühen Dienstagmorgen. Bis dahin blieb es im gesamten Stadtgebiet stellenweise gefährlich glatt. Die Einsätze von Polizei, Rettungskräften und TBZ dürften dafür gesorgt haben, dass es trotz der extremen Bedingungen bei vergleichsweise wenigen Unfällen blieb.