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Grundstein für neues Azubi-Wohnheim in Flensburg gelegt

 |  von Thomsen / Foerde.news

Der Bauherr Stefan Boysen zusammen mit der Leiterin Henrike Schildknecht, dem OB Dr. Fabian Geyer und Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Flensburg, Dr. Maik Krüger bei der Grundsteinlegung - Fotos: Thomsen

Flensburg – Am Sünderuper Weg entstehen 40 Apartments, die vor allem Auszubildenden im Pflegebereich zugutekommen sollen. Bei der Grundsteinlegung würdigten Vertreter aus Stadt, Wirtschaft und Wohnraumförderung das Projekt als wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung. In der Kommunalpolitik gibt es jedoch unterschiedliche Einschätzungen zum grundsätzlichen Bedarf an Azubi-Wohnheimen. Die Grünen fordern zudem, Flensburg als Standort für das geplante Azubiwerk des Landes ins Gespräch zu bringen.

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Mit der Grundsteinlegung für ein neues Wohnheim am Sünderuper Weg ist Ende der vergangenen Woche der offizielle Startschuss für ein besonderes Bauprojekt gefallen. Geplant sind 40 Apartments, die sich in erster Linie an Auszubildende im Pflegebereich richten.

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Bauherr Stefan Boysen vom Seniorenzentrum am Gut schafft damit Wohnraum für die Nachwuchskräfte seines Pflegeheims. Flensburgs Oberbürgermeister Dr. Fabian Geyer zeigte sich bei der Zeremonie „mehr als beeindruckt“ von Boysens Engagement.

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Das Thema Wohnen sei ein „Dauerbrenner“, betonte Geyer. Gerade junge Menschen hätten es auf dem angespannten Wohnungsmarkt besonders schwer. Das Projekt am Sünderuper Weg sei deshalb ein wichtiger Beitrag, um Auszubildende bei der Suche nach bezahlbarem Wohnraum zu unterstützen.

An der Grundsteinlegung nahmen neben Boysen und Geyer auch Björn Ipsen, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Flensburg, Dr. Maik Krüger, Leiter des Referats Wohnraumförderung im Innenministerium Schleswig-Holstein, sowie Henrike Schildknecht, Leiterin Mietwohnungsbau bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein, teil.

Kritik aus der Grünen-Ratsfraktion

Kritik aus der Grünen-Ratsfraktion

Die Aussagen des Oberbürgermeisters stießen bei Leon Mansdotter Bossen, dem Vorsitzenden der Grünen-Ratsfraktion, allerdings auf Verwunderung. Nach seiner Einschätzung hatte die Haltung der Verwaltung in den politischen Ausschüssen bislang anders geklungen.

Das Thema Wohnraum für Auszubildende beschäftigt die Flensburger Kommunalpolitik bereits seit längerer Zeit. Auf Antrag der Grünen hatte der Hauptausschuss die Verwaltung vor gut einem Jahr damit beauftragt, ein „Bündnis für Azubi-Wohnheime“ auf den Weg zu bringen. Beteiligt werden sollten unter anderem Arbeitgeber, Berufsschulen und Wohnungsbaugenossenschaften.

Die Stadt beauftragte daraufhin ein Planungsbüro und veranstaltete einen Workshop. Im Februar teilte die Verwaltung jedoch mit: „Aus der Debatte ging hervor, dass bei den anwesenden Akteuren kein allgemeines Versorgungsproblem gesehen wird.“

Der Handlungsdruck sei demnach derzeit nicht groß genug, um flächendeckende oder umfangreichere Maßnahmen zur Schaffung zusätzlicher Wohnangebote für Auszubildende anzustoßen.

Das Wohnheim am Sünderuper Weg wurde in dem Bericht der Stadt bereits als positives Beispiel hervorgehoben. Weitere konkrete Schritte für ein stadtweites Bündnis sind derzeit allerdings nicht vorgesehen. Das Thema soll stattdessen in das „allgemeine Verwaltungshandeln“ übernommen werden.

Grüne wollen Flensburg als Standort für Azubiwerk

Die Grünen wollen sich mit dieser Einschätzung nicht zufriedengeben. Die Fraktionsvorsitzenden Katja Claussen und Leon Mansdotter Bossen fordern die Stadt auf, ihr Interesse an einem Standort des geplanten Azubiwerks frühzeitig beim Land Schleswig-Holstein anzumelden.

Das Land plant zunächst eine landesweite Markt- und Bedarfsanalyse. Das Azubiwerk soll Auszubildende unter anderem mit bezahlbarem Wohnraum, finanzieller Unterstützung und Beratungsangeboten unterstützen. Aus Sicht der Grünen muss Flensburg von Beginn an in die Untersuchung einbezogen und als möglicher Modell- und Kooperationsstandort geprüft werden. Andere Kommunen hätten bereits öffentlich ihr Interesse angemeldet. Flensburg dürfe deshalb nicht abwarten, bis erste Standortentscheidungen gefallen seien.

Die Fraktion verweist darauf, dass die Stadt bereits Vorarbeit geleistet habe. In einem Praxisdialog seien mögliche Wohnbedarfe, Fördermöglichkeiten, Kooperationen und Trägermodelle gemeinsam mit Kammern, Ausbildungsbetrieben, der Wohnungswirtschaft und Fachleuten untersucht worden. Zugleich habe die bisherige Prüfung gezeigt, dass es noch an einer belastbaren Datengrundlage fehle. Vor allem kleinere Betriebe, Auszubildende mit niedriger Vergütung sowie junge Menschen von außerhalb müssten stärker berücksichtigt werden.

„Ausbildung darf nicht am Zimmerpreis scheitern“, erklärt Katja Claussen. Bezahlbarer Wohnraum entscheide mit darüber, ob junge Menschen eine Ausbildung beginnen, Betriebe ihre Stellen besetzen können und Fachkräfte nach dem Abschluss in der Region bleiben.

Bossen fordert ebenfalls ein schnelles Signal der Stadt an das Land. „Die Landkarte des neuen Azubiwerks wird jetzt gezeichnet – und Flensburg gehört darauf.“ Als Oberzentrum, Bildungsstandort und wirtschaftlicher Mittelpunkt des nördlichen Landesteils sei die Stadt ein logischer Standort. Die Grünen wollen dazu einen Antrag in den Hauptausschuss einbringen.

Stadt will konkrete Projekte unterstützen

Geyer weist die Kritik zurück und betont, dass die Stadt auch ohne ein formelles Bündnis einzelne Vorhaben begleite und fördere. „Genau dies ist beim Projekt Sünderup-Hof der Fall“, sagte der Oberbürgermeister.

Die Stadt begrüße es ausdrücklich, wenn Unternehmen selbst Verantwortung übernähmen. „Überall da, wo Arbeitgeber Wohnraum für die eigenen Auszubildenden schaffen, begrüßt und unterstützt die Stadt dieses außerdem nach Kräften.“

Mit den 40 Apartments soll nicht nur die Wohnraumsituation junger Menschen verbessert werden. Das Projekt soll zugleich dazu beitragen, Auszubildende für die Pflege zu gewinnen und langfristig in Flensburg zu halten.