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Hertie-Gelände in Schleswig: Weg für neues Innenstadtquartier ist frei
| von Thomsen / Foerde.news
Schleswig – Nach jahrelangen Planungen kann die Entwicklung des ehemaligen Hertie-Areals am Stadtweg beginnen. Stadt und Highstreet Group haben den Kaufvertrag unterzeichnet, die politischen Gremien haben die entscheidenden Beschlüsse gefasst. Geplant sind 82 Wohnungen, Gewerbeflächen und ein neuer Stadtplatz.

Ab 1. Quartal 2027 sollen die Bauarbeiten beginnen - Foto: Nico Hessel
Die Entwicklung des ehemaligen Hertie-Geländes am Stadtweg 66 bis 70 ist einen entscheidenden Schritt weiter. Bereits am 2. September 2026 wurde der Kaufvertrag zwischen der Stadt Schleswig und der Highstreet Group notariell beurkundet. Am 14. September 2026 stimmten zunächst der Bau-, Klimaschutz- und Umweltausschuss und anschließend die Ratsversammlung den erforderlichen Beschlüssen zu.
Damit sind wesentliche Voraussetzungen für die Bebauung des zentral gelegenen Grundstücks an der Ecke Moltkestraße und Stadtweg geschaffen. Das Vorhaben gilt als wichtiger Baustein der laufenden Innenstadtsanierung. Zugleich soll der westliche Eingang zur Fußgängerzone städtebaulich deutlich aufgewertet werden.
Wohnungen und Gewerbe auf rund 10.000 Quadratmetern
Auf dem Gelände ist ein vier- bis fünfgeschossiger Gebäudekomplex vorgesehen. Im Erdgeschoss sollen bis zu fünf Gewerbeeinheiten mit insgesamt rund 1.000 Quadratmetern Fläche entstehen. In den darüberliegenden Geschossen sind 82 Wohnungen mit ein bis vier Zimmern geplant.
Die Wohnungsgrößen sollen zwischen etwa 40 und 110 Quadratmetern liegen. Ein Schwerpunkt liegt nach Angaben der Stadt auf barrierefreiem und altersgerechtem Wohnraum in zentraler Lage.
Im rückwärtigen Bereich in Richtung Michaelisallee ist zusätzlich eine Reihenhausbebauung vorgesehen. Insgesamt soll der neue Komplex eine Bruttogeschossfläche von rund 10.000 Quadratmetern erreichen. Etwa 1.200 Quadratmeter davon entfallen auf eine Tiefgarage. Die Zufahrt ist über die Moltkestraße geplant.
Jahrelanges Verfahren geht in die entscheidende Phase
Der Entwicklung des Grundstücks war ein mehrjähriges Verfahren vorausgegangen. Bereits 2022 hatte die Stadt eine Anhandgabevereinbarung mit der Peters + Gruf Grundvermögen GmbH beziehungsweise der Highstreet Development GmbH geschlossen.
Das ursprünglich entwickelte Konzept musste in den vergangenen Jahren allerdings überarbeitet werden. Gestiegene Baupreise, höhere Zinsen und veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen erschwerten die Umsetzung. Das Projekt wurde deshalb angepasst und wirtschaftlich neu ausgerichtet.
Parallel dazu wurde ein vorhabenbezogener Bebauungsplan notwendig. Den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 18 „Stadtweg 66 bis 70“ fasste die Stadt im Jahr 2023. Im November 2025 folgte der Entwurfs- und Veröffentlichungsbeschluss durch den Bau-, Klimaschutz- und Umweltausschuss. Inzwischen sind nach Angaben der Stadt auch die notwendigen Abstimmungen mit den Fachbehörden abgeschlossen.
Mit dem Satzungsbeschluss ist das Bebauungsplanverfahren nun beendet. Damit liegt der rechtliche Rahmen für die weitere Umsetzung vor.
„Die Entwicklung des ehemaligen Hertie-Geländes hat uns in den vergangenen Jahren vor einige Herausforderungen gestellt“, sagt Bürgermeister Jonas Kähler. Umso mehr freue er sich, dass nun die entscheidenden Schritte gegangen werden könnten.
Die Highstreet Group bekenne sich klar zu Schleswig und wolle das Projekt gemeinsam mit einem Investor finanzieren und umsetzen. „Wir haben hier nach wie vor ein sehr gutes Grundstück, das nun endlich entwickelt wird – und zwar so qualitätvoll, dass es die Innenstadt dadurch attraktiver machen wird“, so Kähler.
Auch der Schleiplatz soll umgestaltet werden

Wo einst Hertie stand, entsteht eine neues Wohn- und Gewerbehaus - Foto: Nico Hessel
Nicht nur das Hertie-Grundstück selbst soll ein neues Gesicht erhalten. Im Zuge der Innenstadtsanierung soll auch der unmittelbar angrenzende Schleiplatz neugestaltet werden.
Vorgesehen sind unter anderem neue Baumpflanzungen, Sitzmöglichkeiten mit Blick in Richtung Schlei sowie ein Wasserspiel. Ziel ist es, die Aufenthaltsqualität am westlichen Eingang der Innenstadt zu erhöhen und zugleich eine attraktivere Verbindung zur Fußgängerzone zu schaffen.
In die Planungen fließen auch Anregungen junger Menschen ein. Im Mai 2026 hatte die Stadt Jugendliche zu einer Beteiligungsveranstaltung eingeladen. Dort konnten sie Ideen und Wünsche für einen Teilbereich des Schleiplatzes einbringen. Die Ergebnisse sollen bei den weiteren Planungen berücksichtigt werden.
Baustart im ersten Halbjahr 2027 geplant
Nach Abschluss des Bebauungsplanverfahrens soll nun das Baugenehmigungsverfahren beginnen. Die Bauvorbereitungen und ein möglicher Baustart sind für das erste Halbjahr 2027 vorgesehen.
Die Stadt rechnet mit einer Bauzeit von rund zwei Jahren.
„Jetzt geht es darum, die Planungen zügig in die Umsetzung zu bringen“, sagt Bürgermeister Kähler. Mit dem Hertie-Gelände, dem Parkhausquartier und weiteren Maßnahmen der Innenstadtsanierung werde sich das Gesicht der Schleswiger Innenstadt in den kommenden Jahren Schritt für Schritt verändern. „Wir sind jetzt auf einem guten Weg.“
