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K8: Einigung im Grundstücksstreit rückt näher

 |  von Thomsen / Foerde.news

Auf beiden Seiten bereiteten die Verhandlungen über Jahre hinweg Kopfschmerzen - Archivfotos: Thomsen

Flensburg – Nach mehr als 15 Jahren Streit um die Hochfelder Landstraße zeichnet sich eine vertragliche Lösung zwischen der Stadt Flensburg und Landwirt Ingo-Willi Knop ab. Nach Angaben, am Montag, von Stadtsprecher Clemens Teschendorf hat Knops Anwalt bestätigt, dass eines der bereits vorliegenden Angebote angenommen werden soll. Offen ist noch, welche Variante am Ende unterschrieben wird.

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Im jahrelangen Streit um die K8 im Flensburger Osten gibt es eine überraschende Wende. Landwirt Ingo-Willi Knop hat der Stadt nach Angaben von Pressesprecher Clemens Teschendorf signalisiert, dass er grundsätzlich eines der vorliegenden Angebote annehmen will.

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Noch im Februar wollte Bauer Knop die K8 eigenständig sperren - Er wurde dran gehindert !

„Wir haben die Bestätigung bekommen, dass Herr Knop gerne eines der Angebote annehmen möchte“, erklärte Teschendorf. Übermittelt worden sei die Nachricht durch Knops Anwalt.

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Damit könnte ein Konflikt vor einer Lösung stehen, der die Flensburger Politik, mehrere Oberbürgermeister und die Gerichte seit Jahren beschäftigt. Ganz abgeschlossen ist das Verfahren allerdings noch nicht. „Beendet ist es tatsächlich in dem Moment, in dem wir zwei Unterschriften auf dem Vertrag haben“, betonte Teschendorf.

Eine der großen Lösungen gilt als wahrscheinlich

Insgesamt hatte die Stadt Knop drei Varianten angeboten. Neben einer kleineren Lösung mit einem Volumen von rund fünf Millionen Euro standen zwei größere Modelle zur Wahl. Eine davon soll sich nach Angaben der Stadt auf etwa neun Millionen Euro belaufen.


Stadtsprecher Clemens Teschendorf und Oberbürgermeister Dr. Fabian Geyer bei einer Pressekonferenz

Nach derzeitigem Stand geht die Verwaltung davon aus, dass Knop eine der beiden größeren Lösungen wählen wird. Dabei geht es neben den unmittelbar von der K8 betroffenen Grundstücken auch um weitere Flächen nördlich und südlich der Straße. Bei einer Variante werden außerdem städtische Grundstücke am Trögelsbyer Weg einbezogen.

„Es wird voraussichtlich eine der beiden großen Varianten“, sagte Teschendorf. Bei dem Modell mit den zusätzlichen städtischen Grundstücken würde sich der von der Stadt zu zahlende Betrag entsprechend reduzieren, da Knop im Gegenzug Flächen von der Stadt übernimmt.

Wie hoch die jeweiligen Zahlungen am Ende genau ausfallen, könne derzeit noch nicht abschließend gesagt werden. Zunächst müsse festgelegt werden, welche Variante konkret in Vertragsform gebracht werde.

Stadt schließt neue Verhandlungen aus

Teschendorf machte zugleich deutlich, dass die Stadt nicht erneut in inhaltliche Verhandlungen eintreten will. Grundlage für den möglichen Abschluss seien ausschließlich die bereits vorliegenden Angebote.

„Wir werden nicht noch einmal in Verhandlungen eintreten“, sagte der Stadtsprecher. Es werde weder neue Modelle noch neue Forderungen geben. Auch die zuletzt im Raum stehende Forderung, landwirtschaftliche Flächen für 50 Jahre pachtfrei nutzen oder verpachten zu können, sei endgültig vom Tisch.

Eine solche Regelung sei für die Stadt nicht umsetzbar. „Auch wir als öffentliche Hand unterliegen gewissen Spielregeln“, erklärte Teschendorf. Flächen für viel Geld zu erwerben und sie anschließend kostenlos zur Verfügung zu stellen, sei mit diesen Vorgaben nicht vereinbar.


Geyer gab dem Landwirt bis zum 27. Juli 2026 Zeit, über die Angebote nachzudenken und eines davon anzunehmen.

Noch wenige Tage zuvor hatte Oberbürgermeister Fabian Geyer öffentlich erklärt, die Verhandlungen seien aus seiner Sicht gescheitert. Hintergrund waren erneut erhobene Forderungen Knops. Die Stadt setzte daraufhin eine letzte Frist bis Montag, 27. Juli, um eine verbindliche Entscheidung zu erhalten.

Diese Richtungsentscheidung liegt nach Angaben Teschendorfs nun vor. Bereits Ende der vergangenen Woche habe Knops Anwalt erkennen lassen, dass sich eine Zustimmung abzeichne. Die Nachricht sei deshalb nicht völlig überraschend gekommen.

„Uns ging es darum, verbindlich zu wissen: Nimmt er etwas an, ja oder nein? Diese Antwort haben wir jetzt bekommen“, sagte Teschendorf.

Vertrag soll im August vorbereitet werden

Nun sollen die bereits ausgehandelten Eckpunkte in einen unterschriftsreifen Vertrag überführt werden. Die Stadt hofft, das Verfahren im Laufe des Augusts abschließen zu können.

Oberbürgermeister Fabian Geyer befindet sich derzeit im Urlaub. Da er den Vertrag aufseiten der Stadt unterschreiben muss, kann die endgültige Vereinbarung voraussichtlich erst nach seiner Rückkehr geschlossen werden.

„Wir bereiten das jetzt so vor, dass wir es im Laufe des Augusts über die Bühne bringen können“, sagte Teschendorf.

Bis dahin müssten Einzelheiten zu Grundstücken, Zahlungen und möglichen Tauschflächen rechtssicher formuliert werden. Dabei handele es sich nach Angaben der Stadt jedoch nur noch um die vertragliche Ausgestaltung. Die bereits vereinbarten Grundlagen sollen nicht mehr verändert werden.

Enteignungsverfahren bleibt vorerst eine Option

Sollte es entgegen den Erwartungen doch nicht zu einer Unterschrift kommen, hält die Stadt weiterhin an ihrem bisherigen Verfahren fest. Nach dem geplanten Beschluss des neuen Bebauungsplans könnte sie ein Enteignungsverfahren und eine Besitzeinweisung einleiten.

„Wenn es bis dahin nicht zustande gekommen ist, wäre das der Zeitpunkt, an dem wir sagen: Dann gehen wir in die Enteignung“, erklärte Teschendorf.

Die Verwaltung bevorzuge jedoch weiterhin eine einvernehmliche Lösung. Ein Vertrag schaffe unmittelbar Rechtssicherheit und ermögliche beiden Seiten, einen Gegenwert für die betroffenen Flächen zu erhalten.

„Uns ist eine vertragliche Lösung lieber als eine Enteignung“, sagte Teschendorf. „Dann haben wir sofort Rechtssicherheit, und jeder bekommt etwas, womit er entsprechend weiterarbeiten kann.“

Streit reicht bis ins Jahr 2010 zurück

Die Geschichte der K8 reicht inzwischen über mehrere Amtszeiten im Flensburger Rathaus. Bereits 2010 wurde die Hochfelder Landstraße als wichtige Verkehrsverbindung für den Flensburger Osten geplant. Sie sollte Tarup, Hochfeld, den Campus und die Innenstadt besser miteinander verbinden und zugleich angrenzende Wohngebiete entlasten.

Unter Oberbürgermeister Simon Faber wurden die Planungen ab 2012 konkretisiert. 2017 wurde unter seiner Nachfolgerin Simone Lange der Bebauungsplan für den besonders umstrittenen Abschnitt zwischen Tastruper Weg und Taruper Hauptstraße beschlossen.

Die Trasse führte jedoch teilweise über Flächen von Ingo-Willi Knop. Der Landwirt wehrte sich gegen das Vorgehen der Stadt und machte wiederholt geltend, dass die Straße auf seinem Grund errichtet worden sei, ohne dass die Eigentumsfragen abschließend geklärt worden seien.

2019 wurde der letzte Abschnitt der K8 dennoch für den Verkehr freigegeben. Juristisch blieb die Straße jedoch angreifbar. Im Jahr 2022 erklärte das Oberverwaltungsgericht den Bebauungsplan für den betroffenen Abschnitt für unwirksam. Seitdem arbeitet die Stadt daran, neues und belastbares Planrecht für die bereits bestehende Straße zu schaffen.

Anfang 2026 eskalierte der Konflikt erneut, als Knop eine Sperrung der K8 mit Strohballen ankündigte. Ein größeres Polizeiaufgebot verhinderte damals, dass die Straße blockiert wurde.

Nun könnte der Dauerstreit doch noch mit einer Vereinbarung enden. Teschendorf zeigte sich vorsichtig optimistisch: „Wenn das mit der Nachricht, die wir bekommen haben, durchträgt, dann sind wir froh. Dann ist das eine gute Sache.“