Landeshaushalt 2026: Flensburg profitiert mit bis zu 20 Millionen Euro für den Bahnknoten und weitere Projekte
| von Thomsen / Foerde.news
Flensburg – Der Schleswig-Holsteinische Landtag hat den Landeshaushalt 2026 beschlossen. Bei bereinigten Ausgaben von rund 18,4 Milliarden Euro, Einnahmen von gut 17,7 Milliarden Euro und einer Kreditaufnahme von 565 Millionen Euro setzt die Koalition klare Schwerpunkte auf Sicherheit, Bildung und wichtige Zukunftsinvestitionen. Die Investitionsquote steigt damit auf über zehn Prozent.
„Als direktgewählte Flensburger Landtagsabgeordnete freue ich mich besonders darüber, dass dieser Haushalt ganz konkret bei uns vor Ort ankommt: in der Schieneninfrastruktur mit dem Knoten Weiche und einem möglichen Innenstadthalt, bei den Schwimmstätten, in unseren Bildungseinrichtungen, bei der inneren Sicherheit und an der Europa-Universität Flensburg“, so die Flensburger CDU-Landtagsabgeordnete Wentzel.
Wentzel weiter: „Trotz enger finanzieller Spielräume gelingt es, gezielt in Projekte zu investieren, die den Alltag der Menschen spürbar verbessern – und zugleich unsere Stadt Flensburg als Bildungs-, Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort stärken.“
Starke Schiene für Flensburg: Weiche und Innenstadthalt
Mit Mitteln aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität werden im ganzen Land Schienenprojekte, Verkehrsinfrastruktur und Häfen vorangebracht. Insgesamt fließen aus diesem Topf 130 Millionen Euro in Verkehr, Krankenhäuser, Energiewende, soziale Infrastruktur und Bevölkerungsschutz.
Für Flensburg bedeutet dies: Die Planungen für die Schieneninfrastruktur rund um den Knoten Weiche und einen neuen Innenstadthalt werden weiter unterstützt. Damit wird die Anbindung unserer Stadt – auch in Richtung Dänemark – perspektivisch verbessert und der Öffentliche Nahverkehr attraktiver gemacht.
20 Millionen Euro für den Eisenbahnknoten Flensburg: SSW sieht Meilenstein
Mit dem Haushalt 2026 stellt das Land bis 2031 insgesamt bis zu 20 Millionen Euro aus den Mitteln des Sondervermögens des Bundes für den Eisenbahnknoten Flensburg bereit. Finanziert werden damit unter anderem der neue Innenstadtbahnhof sowie der Fernzughalt in Flensburg-Weiche.
Für die verkehrspolitische Sprecherin der SSW-Landtagsfraktion, Sybilla Nitsch, ist das ein klarer Meilenstein:
„Als SSW-Landtagsfraktion haben wir lange und intensiv dafür gearbeitet, dass Flensburg endlich wieder eine zeitgemäße Schienenanbindung bekommt.“
Bereits im Juli hatte der Landtag auf Initiative des SSW beschlossen, die Innenstadtstrecke bis zum ZOB umfassend zu prüfen – mit realistischen Taktmodellen, Gleisvarianten, Fahrgastpotenzialen und Umweltaspekten. Gleichzeitig wurde die Wiederinbetriebnahme des Bahnhofs Weiche sowie der Fernzughalt in Weiche mit konkreten Arbeitsaufträgen hinterlegt.
„Dass das Land jetzt bis zu 20 Millionen Euro für diese Projekte bereitstellt, zeigt: Wir sind politisch auf dem richtigen Weg, und Flensburg kommt wieder auf die Schiene. Meine Erwartung ist, dass diese Entwicklungen sich auch im neuen Entwurf des LNVP der Landesregierung niederschlagen werden. Flensburg muss zu den priorisierten Projekten gehören. Das Land setzt mit dieser Finanzierungsentscheidung ein klares Bekenntnis für die Entwicklung der Bahninfrastruktur im Grenzland“, so Nitsch weiter.
Auch der SSW-Bundestagsabgeordnete Stefan Seidler begrüßt die Entscheidung:
„Das ist ein großer Durchbruch für eine bessere Anbindung des Grenzlandes, für die ich mich schon seit 2021 in Berlin stark mache. Nach der nachträglichen Aufnahme unserer maroden Strecke Hamburg–Flensburg in die Liste der Generalsanierungen des Bundes ist dies der zweite wichtige Erfolg für unseren Norden.“
Seidler hebt hervor, dass damit Mittel aus dem Sondervermögen des Bundes direkt und schnell im Grenzland investiert werden können:
„Genau das habe ich mir gewünscht, als ich im Bundestag für das Sondervermögen gestimmt habe. Wichtig ist nun, dass auch Flensburg nachzieht. Die Stadt sollte dem Land die Hand reichen und die nötigen Investitionen für den zügigen Bau eines Fernhaltepunktes in Weiche aus dem Flensburger Anteil des Sondervermögens bereitstellen, damit es vorangehen kann.“
Zugleich fordert Seidler ein entschlossenes Vorgehen des Landes gegenüber dem Bund:
„Von der Landesregierung erwarte ich, dass sie jetzt sehr zügig einen Förderantrag für den Knoten Flensburg nach Berlin schickt. Die Fördertöpfe des Bundes sind groß, aber auch heiß begehrt, deshalb darf man keine Zeit verlieren. Da das Projekt im Deutschlandtakt des Bundes bereits berücksichtigt ist, bestehen Chancen für eine Förderung des Bundes in Millionenhöhe.“
Der stellvertretende Vorsitzende der Flensburger SSW-Ratsfraktion, Mats Rosenbaum, sieht in den Entscheidungen ein deutliches Signal für die Stadt:
„Das ist ein Wendepunkt. Wir haben lange dafür gekämpft, dass Flensburg im Fern- und Regionalverkehr nicht länger abgehängt bleibt. Jetzt kommt Bewegung in die Sache – und zwar auf Grundlage unseres Ratsbeschlusses vom vergangenen Jahr, mit dem wir ein neues Bahnkonzept für Flensburg auf den Weg gebracht haben.“
Grüne: Verkehrswende und regionale Infrastruktur – Millionen für Schiene und Straßen
Mit der Verabschiedung des Landeshaushalts 2026 ist zusätzlich der Weg frei für wichtige Investitionen aus dem Sondervermögen Infrastruktur in Schleswig-Holstein. Allein 200 Millionen Euro fließen landesweit in die Schieneninfrastruktur.
Bis 2031 sind über 42 Millionen Euro zusätzlich für die Sanierung maroder Landesstraßen im Kreis Schleswig-Flensburg und über 22 Millionen Euro zur Stärkung des Schienenverkehrs in Flensburg und im Kreis Schleswig-Flensburg vorgesehen.
Die mobilitätspolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, Nelly Waldeck, betont:
„Mit den zusätzlichen Millionen können wichtige Verkehrsprojekte realisiert werden, für die ich persönlich mich sehr stark gemacht habe. Dazu zählt die Bahnanbindung der Flensburger Innenstadt, aber auch das Flügelkonzept Jübek, das in Zukunft eine zusätzliche Bahnverbindung zwischen Kiel und Flensburg ermöglichen wird. Das ist eine wichtige Weichenstellung für die Verkehrswende.“
Die Flensburger Landtagsabgeordnete Catharina Nies ergänzt:
„Ich bin sehr froh, dass mit dem Flügelkonzept Jübek endlich eine zusätzliche Verbindung zwischen Kiel und Flensburg geschaffen wird. Das wird unsere Bahnanbindung stark verbessern und zu einer echten Entlastung für viele Menschen aus Flensburg und der Region führen.
Den Sondervermögensmitteln für Straßenbau verdanken wir außerdem, dass die notwendige Sanierung maroder Landesstraßen im Kreis Schleswig-Flensburg endlich finanziell abgesichert werden kann. Dazu gehört z. B. die lange fällige Sanierung der L 96 Freienwill–Hürup und der Ortsdurchfahrt Weseby ab 2027. Zudem soll die Sanierung der L 1 Osterby–Wallsbüll bereits 2026 starten.“
Beide unterstreichen, dass damit „die Mobilität und Lebensqualität in der Region spürbar gestärkt werden wird und zugleich wichtige Impulse für die Wirtschaft und Zukunftsfähigkeit gesetzt werden können.“
Über 200 Millionen Euro für die Schieneninfrastruktur, davon u. a.:
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20 Millionen Euro bis 2030 für die Anbindung der Flensburger Innenstadt mit einem neuen regionalen Halt am ZOB (Zentraler Omnibusbahnhof)
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1,5 Millionen Euro bis 2028 für Signaltechnik und Bahnsteigmaßnahmen für das Kuppeln von Zügen im Rahmen des Flügelkonzeptes RE 74 in Jübek
Über 42 Millionen Euro für die Sanierung von Landesstraßen bis 2031 im Kreis Schleswig-Flensburg:
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L 1 Osterby – Wallsbüll ab 2026 (insgesamt 1,25 Mio. Euro)
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L 1 Medelby – Osterby ab 2027 (3,059 Mio. Euro)
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L 22 Uelsby-Esmarck – Süderfeld ab 2026 (3,393 Mio. Euro)
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L 23, Ortsdurchfahrt Satrup ab 2027 (1,813 Mio. Euro)
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L 29 Esperstoft – Kleinjörl ab 2027 (7,907 Mio. Euro)
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L 96 Freienwill – Hürup ab 2027 (5,864 Mio. Euro)
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L 96, Ortsdurchfahrt Weseby ab 2027 (3,987 Mio. Euro)
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L 187 Mohrkirch – L 21 ab 2028 (10,426 Mio. Euro)
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L 188, Ortsdurchfahrt Börm ab 2027 (2,020 Mio. Euro)
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L 268 Husby – Munkbrarup ab 2029 (5,926 Mio. Euro)
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L 269 B 200 – Kleinjörl ab 2027 (5,847 Mio. Euro)
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L 269 Ortsdurchfahrt Sillerup ab 2028 (1,417 Mio. Euro)
Damit wird deutlich: CDU, SSW und Grüne ziehen beim Ausbau von Schiene und Straßen in Flensburg und der Region in dieselbe Richtung – mit ganz konkreten Projekten und Summen.
25 Millionen Euro für Schwimmstätten – Chance für das Campusbad
Der Landeshaushalt stellt 25 Millionen Euro für die Sanierung und den Ausbau von Schwimmstätten bereit. Davon soll auch Flensburg profitieren, insbesondere durch eine perspektivische Unterstützung für die Weiterentwicklung des Campusbads. So können Schwimmunterricht, Vereinssport und Breitensport in der Region langfristig abgesichert werden.
„Gerade in einer Hafenstadt wie Flensburg ist es mir wichtig, dass Kinder sicher schwimmen lernen und Vereine gute Trainingsbedingungen haben. Die zusätzlichen Landesmittel für Schwimmstätten sind deshalb nicht nur Sportförderung, sondern auch ein Beitrag zur Sicherheit unserer Kinder“, betont Wentzel.
Mehr Sicherheit: Cyberhundertschaft, Drohnenabwehr und mehr Polizei
Ein Schwerpunkt des Haushalts liegt auf der inneren Sicherheit. Landesweit werden zusätzliche Stellen bei Polizei, Verfassungsschutz und im Justizvollzug geschaffen. Die Polizei wird personell gestärkt und modern ausgestattet – unter anderem durch eine Cyberhundertschaft, Technik zur Drohnenabwehr sowie weitere Ausrüstung.
„Mit der Stärkung der Polizei – auch im Bereich Cyberkriminalität und Drohnenabwehr – machen wir unser Land und damit auch Flensburg sicherer. Die Menschen erwarten zu Recht, dass der Staat sie schützt. Genau dafür schaffen wir die Voraussetzungen“, so Wentzel.
Unterstützung für Frauenhäuser und Kinderschutz
Der Haushalt sieht den Ausbau der Frauenhausplätze um 50 zusätzliche Plätze vor. Damit sendet das Land ein klares Signal gegen Gewalt an Frauen und Kindern und stärkt die Hilfestrukturen vor Ort.
Bildung und Wissenschaft: Mehr Lehrerstellen und Förderung des Wasatia Graduiertenkollegs
Im Bildungsbereich werden zahlreiche bisher befristete Lehrerstellen verstetigt; zusätzlich werden unter anderem 40 neue Lehrerstellen für den WiPo-Unterricht ab Klassenstufe 7 geschaffen. Für den Ausbau des Ganztags an Schulen stehen 56 Millionen Euro bereit.
„Dass wir Lehrerstellen sichern und den Ganztag ausbauen, ist gerade für die Schülerinnen und Schüler in Flensburg ein wichtiges Signal. Verlässliche Schulen sind die Grundlage für gute Bildungschancen“, so Wentzel.
Besonders hervorzuheben ist zudem der Antrag der Flensburger CDU-Abgeordneten zur Unterstützung des Wasatia Graduiertenkollegs an der Europa-Universität Flensburg. Das Kolleg, das sich dem interkulturellen und interreligiösen Dialog widmet, wird damit auch landesseitig gestärkt. „Die Förderung des Wasatia Graduiertenkollegs zeigt: Flensburg ist nicht nur Schul-, sondern auch Wissenschaftsstandort mit internationaler Strahlkraft“, unterstreicht Wentzel.
A20-Neubau und weitere Infrastrukturimpulse
Der Haushalt 2026 flankiert den Durchbruch beim Weiterbau der A20. Nach der Einigung beim Fledermausschutz kann das wichtige Verkehrsprojekt endlich vorankommen.
„Die A20 ist von großer Bedeutung für die Wirtschaft im ganzen Norden. Sie entlastet Straßen, schafft Planbarkeit für Unternehmen und stärkt den Logistikstandort Schleswig-Holstein. Davon profitieren auch Flensburger Betriebe, die auf verlässliche Verkehrswege angewiesen sind“, betont Wentzel.
Zusätzliche Mittel fließen außerdem in Straßen, Häfen sowie in die soziale Wohnraumförderung und die Sozial- und Eingliederungshilfe. Insgesamt stehen 400 Millionen Euro für sozialen Wohnungsbau und 1,35 Milliarden Euro für Sozial- und Eingliederungshilfe zur Verfügung.
Minderheitenpolitik und Flensburger Projekte
Auch in der Minderheitenpolitik setzt der Haushalt Akzente mit direktem Bezug zu Flensburg: Das European Centre for Minority Issues (ECMI) in Flensburg erhält Mittel für ein Handbuch zur Geschichte und Gegenwart der nationalen Minderheiten in Deutschland. Darüber hinaus werden Projekte wie ein Netzwerk zur Bewahrung der vom Aussterben bedrohten Flensburger Stadtsprache „Petuh“ unterstützt.
„Flensburg ist geprägt von Minderheiten, Sprachenvielfalt und Grenznähe. Dass wir diese Vielfalt mit konkreten Projekten – vom ECMI bis zu Petuh – stärken, ist ein wichtiges Signal für unsere Stadt“, hebt Wentzel hervor.
Verantwortungsvoller Kurs trotz angespannter Lage
„Wir kombinieren notwendige Konsolidierung mit gezielten Zukunftsinvestitionen. Das ist kein Wunschkonzert, sondern ein verantwortungsvoller Haushalt, der Sicherheit, Bildung und Infrastruktur priorisiert“, fasst Wentzel zusammen.
Mit dem neuen Haushalt und den jüngsten personellen Veränderungen im Kabinett setzt die Landesregierung ihren Modernisierungskurs fort – jünger, weiblicher und mit klaren Zukunftsprojekten, von denen auch Flensburg spürbar profitiert.
Wenn du willst, können wir jetzt noch eine sehr kurze Version (z. B. für Social Media oder Flyer) aus diesem Großtext destillieren – mit 3–5 Kernaussagen und einer knackigen „X-Millionen-Euro“-Botschaft.