Neue Euro-Banknoten sollen Europas Identität sichtbar machen - EZB startet Designoffensive

 |  von Thomsen / Foerde.news

Erstmals seit 25 Jahren steht eine umfassende Neugestaltung der Euro-Banknoten bevor. - Foto: KI / Foerde.news

Finanzen – Die Europäische Zentralbank (EZB) schlägt ein neues Kapitel in der Geschichte des Euro auf. Mit einem groß angelegten Gestaltungswettbewerb will sie den Geldscheinen ein zeitgemäßes Gesicht verleihen – und zugleich das kulturelle und natürliche Erbe Europas würdigen.

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Die Euro-Banknoten sollen nicht nur Zahlungsmittel sein, sondern künftig auch Symbolträger für das, was Europa ausmacht. Der EZB-Rat hat im Rahmen eines mehrstufigen Konsultationsverfahrens zwei thematische Leitlinien für die Neugestaltung ausgewählt: „Europäische Kultur: Gemeinsame Kulturstätten“ sowie „Flüsse und Vögel: Stark durch Vielfalt“. Beide Themen setzen auf Wiedererkennbarkeit und emotionale Nähe – und sollen gleichzeitig die europäische Idee stärken.

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„Wir freuen uns, lebensnahe und inspirierende Motive vorzustellen, die Europas Vielfalt und Einigkeit zum Ausdruck bringen“, erklärte EZB-Präsidentin Christine Lagarde. „Die neuen Banknoten werden ein Spiegelbild unserer gemeinsamen Identität sein.“

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Neue Banknoten – mehr als nur ein frisches Aussehen

Auf Nachfrage von Förde.news bestätigte EZB-Pressesprecher Alessandro Speciale, dass es sich bei der geplanten Serie um die erste vollständige Neugestaltung seit Einführung des Euro handelt. Zwar habe es in der Vergangenheit bereits eine sogenannte „zweite Serie“ gegeben, diese sei aber nur eine technische Überarbeitung mit geringfügigen Änderungen gewesen: „Das war keine volle Neugestaltung Die Motive und Themen waren damals mehr oder weniger gleich“, so Speciale.

Der aktuelle Prozess sei hingegen eine „grundsätzliche Neugestaltung“, erklärte er weiter. Neben der gestalterischen Erneuerung gehe es dabei auch um moderne Materialien und verbesserte Sicherheitsmerkmale: „Es gibt noch keine Entscheidung über die Materialien, aber es wird geforscht, welche heute die besten Optionen sind – auch in Bezug auf Sicherheit.“ Hintergrund sei, dass die aktuelle Banknotenserie – zumindest in ihrer ursprünglichen Form – mittlerweile rund 25 Jahre alt ist. Eine Auffrischung sei daher „ein normaler und notwendiger Prozess“.

Ein Wettbewerb für ganz Europa

Seit dem 15. Juli 2025 können sich Designerinnen und Designer aus allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union für die Teilnahme am Wettbewerb bewerben. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 18. August. Ziel ist es, bis Ende 2026 finale Motive für die nächste Generation von Euro-Banknoten zu bestimmen.

Teilnahmeberechtigt sind Gestalterinnen und Gestalter mit nachgewiesener Erfahrung im Grafik- oder Banknotendesign. In einer ersten Runde wird eine Auswahl anhand der eingereichten Referenzen getroffen. Die besten Talente erhalten daraufhin die Möglichkeit, konkrete Entwürfe auszuarbeiten. Eine unabhängige Jury wird pro Thema bis zu fünf Vorschläge auswählen, die dann auch der Öffentlichkeit präsentiert werden. Ein breites Meinungsbild soll helfen, die finale Entscheidung des EZB-Rats vorzubereiten.

Kulturelle Ikonen und natürliche Vielfalt

Die thematische Ausrichtung der künftigen Banknoten ist Ergebnis intensiver Konsultationen mit Expertengruppen und der europäischen Öffentlichkeit. Über 365.000 Bürgerinnen und Bürger nahmen an Umfragen und Fokusgruppen teil.

Das erste Leitthema, „Europäische Kultur“, ehrt herausragende Persönlichkeiten und Stätten, die das kulturelle Selbstverständnis Europas prägen – von Maria Callas über Marie Curie bis hin zu Leonardo da Vinci. Szenen aus dem Alltags- und Kulturleben – Straßenkunst, Bibliotheken oder Universitäten – unterstreichen die Breite des Themas.

Das zweite Thema, „Flüsse und Vögel“, setzt den Fokus auf die Vielfalt europäischer Ökosysteme. Jede Banknote ist einem charakteristischen Naturraum gewidmet – von Gebirgsquellen über Flussmündungen bis hin zur Meereslandschaft. Begleitet werden diese Szenen von Darstellungen einheimischer Vogelarten und bedeutender EU-Institutionen, die auf den Rückseiten abgebildet sein sollen.

Neue Scheine frühestens Ende des Jahrzehnts

Bis die neuen Geldscheine tatsächlich in Umlauf gebracht werden, werden noch mehrere Jahre vergehen. Nach der finalen Designentscheidung Ende 2026 folgt die technische Umsetzung. Die EZB rechnet damit, dass die neue Banknotenserie erst in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts in den Geldbeuteln der Europäerinnen und Europäer ankommen wird.

Trotz der fortschreitenden Digitalisierung bleibt Bargeld für die Zentralbank ein zentrales Element: „Der Euro ist mehr als nur eine Währung – er ist ein greifbares Symbol für Europas Einheit und Werte“, so Piero Cipollone aus dem Direktorium der EZB.

Weitere Informationen zum Wettbewerb und zu den Teilnahmebedingungen finden sich auf der Website der EZB sowie im Amtsblatt der Europäischen Union.