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Plattform soll verschwinden – Pavillon, Brunnen und mehr Grün für den Südermarkt
| von Thomsen / Foerde.news
Flensburg – Der Siegerentwurf für die Neugestaltung des Flensburger Südermarkts sieht deutliche Veränderungen vor: Die bestehende Plattform samt Toilettenanlage soll abgerissen werden. An ihre Stelle sollen unter anderem Bäume und neue Sitzmöglichkeiten treten. Zudem sind ein neuer Pavillon, ein in die Platzfläche integriertes Wasserspiel und deutlich mehr Grün vorgesehen. Auch das Umfeld der St.-Nikolai-Kirche sowie angrenzende Straßen sollen neu gestaltet werden. Das Interesse an den Plänen ist groß: Rund 100 Besucher verfolgten die Vorstellung des Wettbewerbsergebnisses in der Bürgerhalle des Rathauses.

Rund 100 Personen wollten wissen wie der Südermarkt aussehen soll - Foto: Thomsen
Der Südermarkt soll in den kommenden Jahren ein deutlich anderes Gesicht bekommen. Der Siegerentwurf des Planungswettbewerbs sieht mehrere markante Veränderungen vor, die den Platz stärker öffnen und zugleich attraktiver für den alltäglichen Aufenthalt machen sollen.

Viele Interessierte horchten den Worten - Foto: Thomsen
Eine der auffälligsten Maßnahmen betrifft die bestehende Plattform. Das massive Bauwerk einschließlich der dort untergebrachten Toilettenanlage soll verschwinden. Stattdessen sind Bäume und Sitzmöglichkeiten vorgesehen. Ergänzt werden soll die neue Gestaltung durch einen Pavillon und ein in die Platzfläche integriertes Wasserspiel.
Damit würde sich das Erscheinungsbild des Südermarkts deutlich verändern. Wo heute Beton und feste bauliche Strukturen den Platz prägen, sollen künftig mehr Grün, Wasser und Aufenthaltsmöglichkeiten entstehen.

Die Visualisierung zeigt wie der Südermarkt aussehen soll
Das übergeordnete Ziel des Entwurfs geht dabei über eine reine Neugestaltung des Marktplatzes hinaus. Südermarkt, Nikolaikirchhof, Angelburger Straße, Klostergang und die angrenzenden Straßenräume sollen stärker miteinander verbunden und als zusammenhängender Stadtraum wahrnehmbar werden. Einheitliche Beläge sollen die verschiedenen Bereiche optisch zusammenführen.
Eine zusätzliche grüne Ebene aus kleineren Bäumen und Pflanzflächen entlang der Fassaden soll den bislang stark versiegelten Stadtraum auflockern und zugleich das Mikroklima verbessern.
Großes Interesse an der Zukunft des Platzes
Wie stark die Planungen die Flensburger beschäftigen, zeigte sich bereits vor Beginn der Veranstaltung. Für die Vorstellung des Wettbewerbsergebnisses waren in der Bürgerhalle zunächst rund 70 Sitzplätze vorbereitet worden.
Diese waren schnell vollständig belegt. Kurzfristig mussten etwa 30 weitere Stühle aufgestellt werden. Insgesamt verfolgten damit rund 100 Besucher die Präsentation des Siegerentwurfs und die anschließende Fragerunde.
Der große Andrang machte deutlich, dass die künftige Gestaltung des Südermarkts auf erhebliches öffentliches Interesse stößt.
Geyer betont Bedeutung des Südermarkts

Zu Beginn begrüßte Flensburgs Oberbürgermeister Dr. Fabian Geyer die Besucher. Er hob die besondere Bedeutung des Südermarkts für die Innenstadt hervor.
Der Platz ist nicht nur Standort des Wochenmarkts und Schauplatz unterschiedlicher Veranstaltungen, sondern zugleich ein wichtiges Eingangstor in das Flensburger Stadtzentrum.
Ziel müsse es sein, den Südermarkt stärker als lebendigen öffentlichen Raum zu entwickeln und zugleich seine unterschiedlichen Funktionen zu erhalten. Neben Markt und Veranstaltungen spielen dabei Aufenthaltsqualität, Grünflächen, Verkehrsbeziehungen und die Verbindung zu den angrenzenden Bereichen der Innenstadt eine Rolle.
Geyer machte zugleich deutlich, dass der Wettbewerb lediglich einen wichtigen Schritt darstellt. Vor einer tatsächlichen Umsetzung seien weitere Planungen, politische Beschlüsse und Entscheidungen zur Finanzierung notwendig.
Dennoch solle geprüft werden, welche Maßnahmen möglicherweise früher umgesetzt werden könnten.
Pahl erinnert an frühere Anläufe
Anschließend übergab Geyer das Wort an Markus Pahl, Geschäftsführer des Sanierungsträgers IHR.
Pahl erinnerte daran, dass die Diskussion um eine Neugestaltung des Südermarkts keineswegs neu ist. Bereits in früheren Jahrzehnten habe es Wettbewerbe und Entwürfe gegeben, die jedoch letztlich nicht umgesetzt wurden.
Dieses Mal solle das Verfahren deshalb möglichst transparent gestaltet und eng durch die Öffentlichkeit begleitet werden.
Der Beteiligungsprozess begann nach Angaben Pahls bereits im Oktober 2024 mit einer Stadtbegehung und einem Workshop.
Auf dem Südermarkt wurden zudem Bereiche mit Sprühkreide markiert, um mögliche Veränderungen direkt auf dem Platz sichtbar zu machen und mit Passanten darüber ins Gespräch zu kommen.
Darüber hinaus konnten Bürger online Wünsche, Kritik und Anregungen einreichen. Weitere Hinweise wurden bei Veranstaltungen, Themenworkshops, Gesprächen mit Anliegern sowie unter Beteiligung von Schülern gesammelt.
Die Ergebnisse flossen in die Aufgabenstellung für die teilnehmenden Planungsbüros ein.
Bürger begleiteten das Preisgericht
Eine Besonderheit des Verfahrens war die Beteiligung von drei Bürgern, die die Arbeit des Preisgerichts als ständig anwesende Teilnehmer begleiten konnten.
Sie mussten sich zuvor verpflichten, während des anonymen Wettbewerbs keine Informationen nach außen zu tragen.
Pahl berichtete, dass dieses Verfahren im Vorfeld durchaus kritisch gesehen worden sei. Nach seiner Einschätzung habe sich die Beteiligung jedoch bewährt.
Auch vor Sitzungen des Preisgerichts konnten Interessierte die Entwürfe begutachten und Rückmeldungen abgeben. Diese Hinweise wurden gesammelt und den jeweiligen Wettbewerbsarbeiten zugeordnet.
Siegerentwurf von Planorama und MONO Architekten

Den Wettbewerb gewann der gemeinsame Entwurf der Planorama GmbH und von MONO Architekten, Greubel, Schilp und Schmidt PartGmbB.
Kathrin Weber vom Siegerteam stellte anschließend die Grundzüge der Planung vor.
Der Entwurf verfolgt das Ziel, den Südermarkt stärker als zusammenhängenden Stadtraum erlebbar zu machen. Gleichzeitig soll der Platz seine wesentlichen Funktionen behalten.
Dazu gehören insbesondere der Wochenmarkt, größere Veranstaltungen sowie die Verbindung zwischen Fußgängerzone, angrenzenden Straßen und der Nikolaikirche.
Der Südermarkt selbst soll als offene und großzügige Platzfläche erhalten bleiben. Einheitliche Natursteinbeläge sollen dabei für ein ruhigeres Gesamtbild sorgen und die einzelnen Bereiche miteinander verbinden. Die Platzgestaltung soll sich nach Süden über die Friesische Straße bis an die angrenzenden Hausfassaden erstrecken. Der Straßenraum würde damit stärker Teil des eigentlichen Marktplatzes.
Plattform samt Toiletten soll abgerissen werden

Anstatt der Plattform und den Toiletten, soll ein Pavilion mit Toiletten am Südermarkt enstehen
Zu den deutlichsten Veränderungen gehört der geplante Rückbau der bestehenden Plattform.
Das Bauwerk einschließlich der Toilettenanlage soll nach dem Siegerentwurf entfernt werden. Damit würde einer der massivsten baulichen Eingriffe auf dem heutigen Platz verschwinden.
Der Rückbau soll zugleich dazu beitragen, die St.-Nikolai-Kirche stärker freizustellen. Die Kirche soll wieder deutlicher als prägendes Gebäude im Stadtraum wahrgenommen werden.
Auf der frei werdenden Fläche sollen unter anderem Bäume und neue Sitzmöglichkeiten entstehen.
Damit verfolgt das Planungsteam das Ziel, den Südermarkt offener wirken zu lassen und gleichzeitig mehr Bereiche zu schaffen, die auch außerhalb von Marktzeiten und Veranstaltungen zum Aufenthalt einladen.
Der Höhenunterschied zwischen Marktplatz und Kirchumfeld soll künftig über eine großzügige Freitreppe überwunden werden. Bestehende Bäume sollen dabei in die Anlage integriert werden.
Vorgesehen ist außerdem eine Sitzmauer, die im Entwurf als „Marktsofa“ bezeichnet wird. Sie soll Sitzgelegenheiten im Schatten bieten und zugleich den Blick auf den Platz ermöglichen.
Auch der Kirchhof selbst soll stärker begrünt und vollständig barrierefrei erschlossen werden. Eine bepflanzte Böschung entlang der Kirche soll mit klimaangepassten Stauden gestaltet werden.
Neuer Pavillon übernimmt mehrere Funktionen
Eine weitere auffällige Neuerung ist ein geplanter Pavillon am südöstlichen Rand des Südermarkts.
Dieser soll dem Platz einen zusätzlichen festen Anlaufpunkt geben und zugleich mehrere Funktionen übernehmen.
Nach dem Siegerentwurf soll der Pavillon unter anderem eine öffentliche Toilettenanlage, Technikräume und einen Aufenthaltsraum beherbergen. Außerdem ist ein überdachter Wartebereich für die Bushaltestelle vorgesehen.
Die bislang in der Plattform untergebrachte öffentliche Toilette würde damit nicht ersatzlos verschwinden, sondern in den neuen Pavillon verlagert.
Geplant sind Damen- und Herrentoiletten sowie eine großzügige barrierefreie Toilette mit Wickeltisch und ausreichend Raum für Kinderwagen oder eine Begleitperson.
Hinzu kommen sollen Sitzbänke, touristische Informationen, Hinweise zum öffentlichen Nahverkehr, ein barrierefrei erreichbarer Trinkbrunnen sowie Schließfächer mit Lademöglichkeit für Mobiltelefone.
Auch ein Aufenthaltsraum für Marktbeschicker ist vorgesehen.
Architektonisch soll sich der Pavillon bewusst zurückhalten. Seine kreisrunde Form soll verhindern, dass eine klassische Rückseite entsteht. Gleichzeitig sollen Sichtbeziehungen über den Platz und zur Kirche möglichst wenig beeinträchtigt werden.
Ein begrüntes Dach soll Regenwasser zurückhalten, zur Verdunstungskühlung beitragen und zusätzlichen Lebensraum für Pflanzen und Tiere schaffen. Oberlichter sollen Tageslicht in die Sanitärbereiche bringen.
Wasserspiel statt klassischem Brunnen
Auch ein Wasserelement gehört zu den markanten Bestandteilen des Siegerentwurfs.
Dabei handelt es sich nach den Planungsunterlagen nicht um einen klassischen Brunnen mit Becken, sondern um ein in die Platzfläche integriertes und überfahrbares Wasserspiel.
Dieses soll besonders an heißen Tagen für Abkühlung sorgen und zugleich als Spielelement dienen.
Da die Technik bodengleich in die Platzfläche integriert werden soll, soll das Wasserspiel weder den Wochenmarkt noch größere Veranstaltungen wesentlich einschränken.
Zusammen mit Bäumen, Sitzgelegenheiten und dem Pavillon würde es das Erscheinungsbild des Südermarkts deutlich verändern.
Gerade in Verbindung mit der geplanten Begrünung entsteht damit eine neue Struktur: weniger massive bauliche Barrieren, dafür mehr Grün, Wasser und Möglichkeiten zum Verweilen.
Mehr Grün – aber Platz für den Wochenmarkt bleibt wichtig
Trotz zusätzlicher Bäume, Sitzbereiche und weiterer Gestaltungselemente soll der Südermarkt seine zentrale Funktion als Markt- und Veranstaltungsplatz behalten.
Damit steht die weitere Planung vor einer anspruchsvollen Aufgabe.
Auf der einen Seite soll der Platz grüner, attraktiver und im Alltag stärker genutzt werden. Auf der anderen Seite müssen ausreichend große und flexibel nutzbare Flächen erhalten bleiben.
Der Wochenmarkt gehört weiterhin zu den wichtigsten Nutzungen des Südermarkts. Auch größere Veranstaltungen sollen nach den bisherigen Vorstellungen möglich bleiben.
Die notwendigen Anschlüsse für Marktstände sollen künftig über in die Platzfläche eingelassene und überfahrbare Unterflurverteiler bereitgestellt werden. Vorgesehen sind unter anderem Anschlüsse für Strom, Wasser und Abwasser.
An der Westseite des Platzes soll außerdem weiterhin Raum für Außengastronomie bleiben.
Der Siegerentwurf muss deshalb Aufenthaltsqualität und flexible Nutzbarkeit miteinander verbinden.
Angelburger Straße soll verkehrsberuhigt werden
Die Planungen beziehen auch die angrenzenden Straßen ein.
Die Angelburger Straße soll nach dem Siegerentwurf zu einer verkehrsberuhigten Fußgängerzone umgebaut werden. Busse sollen sie weiterhin in Ost-West-Richtung befahren können.
Die Fahrbereiche sollen sich optisch möglichst nahtlos in die Platzgestaltung einfügen. Niveauunterschiede und Hindernisse sollen reduziert werden.
Bestehende Bäume sollen erhalten und durch neue Pflanzungen ergänzt werden. Neue Grünflächen sollen zugleich Regenwasser aufnehmen können.
Auch die Friesische Straße und die Dr.-Todsen-Straße sollen verändert werden. Fußgänger und Radfahrer sollen mehr Raum erhalten. Vorgesehen sind breitere Gehwege, zusätzliche Bäume sowie Pflanzflächen und sogenannte Baumrigolen zur Aufnahme von Regenwasser.
Die Friesische Straße soll im unmittelbaren Bereich des Südermarkts bis an die Gebäude in die Platzgestaltung einbezogen werden und als überfahrbare Platzfläche funktionieren.
Der Parkplatz an der Volkshochschule soll neu geordnet werden. Die notwendige Zahl der Stellplätze soll erhalten bleiben. Gleichzeitig soll die VHS einen begrünten Außenbereich erhalten, der etwa für gastronomische Angebote und kleinere Veranstaltungen genutzt werden kann.
Kurzzeit- und Behindertenstellplätze sind zudem in der Nähe von Platz und Kirche vorgesehen.
Rad- und Fußverkehr sollen mehr Raum bekommen
Das Verkehrskonzept setzt insgesamt stärker auf Fußgänger und Radfahrer.
Die Zufahrt für Anlieferverkehr und Einsatzfahrzeuge soll dennoch weiterhin gewährleistet bleiben.
Für Radfahrer sind sichere Querungen und bessere Anschlüsse an das innerstädtische Radverkehrsnetz vorgesehen.
Zugleich sollen zahlreiche Bereiche möglichst niveaugleich gestaltet werden. Niedrige oder vollständig abgesenkte Bordsteine sollen das Queren erleichtern.
Wo Stufen notwendig bleiben, sind kontrastreiche Vorderkanten vorgesehen. Taktile Elemente und andere Orientierungshilfen sollen Menschen mit Sehbehinderungen unterstützen.
Einheitlicher Naturstein für Platz und Straßen
Ein wesentliches Gestaltungselement des Siegerentwurfs ist ein einheitliches Materialkonzept.
Im gesamten Planungsraum soll Naturstein verwendet werden, der sich an der bereits neu gestalteten nördlichen Fußgängerzone orientiert.
Auf größeren Flächen ist Großsteinpflaster vorgesehen. Im Bereich der Kirche sowie in seitlichen Gehbereichen der Angelburger Straße soll kleineres Pflaster verwendet werden.
Um die Oberflächen möglichst barrierefrei und geräuscharm zu machen, sollen die Steine gesägt und geschliffen werden.
Die Fugen sollen möglichst schmal, zugleich aber wasserdurchlässig ausgeführt werden.
Wo es sinnvoll ist, sollen außerdem wasserdurchlässige Oberflächen oder wassergebundene Decken eingesetzt werden, um den Anteil vollständig versiegelter Flächen zu verringern.
Bäume sollen Schatten spenden und Regenwasser aufnehmen
Beim Thema Begrünung setzt der Siegerentwurf nicht allein auf zusätzliche Bäume.
Bestehende prägende Bäume, insbesondere entlang der Angelburger Straße und am Kirchhof, sollen erhalten und in die neue Gestaltung integriert werden.
Ergänzend sind klimaresistente Baumarten vorgesehen, die auch mit steigenden Temperaturen und längeren Trockenphasen zurechtkommen sollen.
Die Baumstandorte sollen ausreichend Wurzelraum erhalten. Regenwasser aus den umliegenden Platz- und Straßenflächen soll teilweise gezielt zu den Bäumen und Grünflächen geleitet werden.
Diese sogenannten Baumrigolen können Wasser speichern und nach und nach an Boden und Vegetation abgeben.
In weiteren Grünflächen sollen robuste Gräser, Stauden und Blühpflanzen wachsen.
Damit verfolgt der Entwurf mehrere Ziele zugleich: Schatten, Verdunstungskühlung, mehr Artenvielfalt und eine bessere Speicherung von Regenwasser.
Beleuchtung soll moderner und energiesparender werden
Auch die Ausstattung des Platzes soll vereinheitlicht werden.
Abfallbehälter, Fahrradständer, Leuchten und Bänke sollen vor allem entlang der Platzränder angeordnet werden, damit die großen nutzbaren Flächen möglichst frei bleiben.
Eine einheitliche Möblierung soll zugleich für ein wiedererkennbares Erscheinungsbild sorgen.
Die Beleuchtung soll auf moderne LED-Technik umgestellt werden. Hauptwege und Fahrbereiche sollen sicher ausgeleuchtet sein.
Punktuell sind zusätzliche Mastleuchten zur gestalterischen Akzentuierung vorgesehen.
Dabei sollen nach Angaben der Planer auch Lichtverschmutzung, Insektenfreundlichkeit und Energieverbrauch berücksichtigt werden.
Entwurf setzt auf Klimaanpassung
Die Neugestaltung soll den Südermarkt zugleich widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels machen.
Ein Schwerpunkt liegt deshalb auf dem Umgang mit Regenwasser.
Statt Niederschläge möglichst schnell über die Kanalisation abzuleiten, soll Wasser verstärkt auf dem Platz zurückgehalten, versickert oder über Pflanzen verdunstet werden.
Regenwasser aus Platz- und Straßenbereichen soll unter anderem in Baumrigolen und Grünflächen geleitet werden.
Zusätzliche Vegetation und das geplante Wasserspiel sollen an heißen Tagen zur Abkühlung beitragen.
Wo technisch und rechtlich möglich, sollen außerdem Recyclingbaustoffe verwendet oder vorhandene Baustoffe vor Ort wiederaufbereitet werden.
Die verwendeten Materialien sollen langlebig und möglichst pflegeleicht sein.
Barrierefreiheit im gesamten Planungsgebiet
Ein weiterer Schwerpunkt des Siegerentwurfs ist die Barrierefreiheit.
Alle wesentlichen Bereiche sollen möglichst stufenlos oder über Rampen zugänglich sein.
Auch der Kirchhof soll vollständig barrierefrei erschlossen werden.
Niedrige Bordsteine, niveaugleiche Übergänge sowie taktile Orientierungselemente sollen dazu beitragen, dass Menschen mit Mobilitäts- oder Sehbehinderungen den Platz besser nutzen können.
Auch der neue Pavillon einschließlich Toilette und Trinkbrunnen ist barrierefrei geplant.
Entwurf ist noch kein fertiger Bauplan
Kathrin Weber machte bei der Vorstellung deutlich, dass ein Wettbewerbsentwurf noch keinen fertigen Bauplan darstellt.
Vielmehr bildet er die Grundlage für die nächsten Planungsschritte.
Einzelheiten können im weiteren Verfahren noch angepasst und konkretisiert werden. Dazu gehören technische Anforderungen ebenso wie Fragen zur Barrierefreiheit, zur Pflege und Unterhaltung der Flächen, zur Veranstaltungsnutzung und zur Finanzierung.
Auch die Gestaltung einzelner Elemente kann sich im Zuge der weiteren Planung noch verändern.
Viele Fragen aus dem Publikum
Nach der Präsentation nutzten zahlreiche Besucher die Gelegenheit, Fragen an Markus Pahl und Kathrin Weber zu richten.
Dabei ging es unter anderem um die künftige Nutzbarkeit des Platzes, Verkehrsfragen, Barrierefreiheit, Marktstände und Veranstaltungen.
Auch die geplante Begrünung, Sitzmöglichkeiten, die Pflege der Flächen und die baulichen Veränderungen wurden angesprochen.
Besonders deutlich wurde dabei, dass der Südermarkt auch künftig unterschiedlichen Ansprüchen gerecht werden muss.
Er soll einerseits ein funktionierender Markt- und Veranstaltungsplatz bleiben, andererseits aber auch an normalen Wochentagen stärker als Aufenthaltsort genutzt werden.
Hinweise sollen weiter berücksichtigt werden
Pahl betonte, dass die Beteiligung mit der Auswahl des Siegerentwurfs nicht beendet sei.
Auch bei der Überarbeitung und Konkretisierung der Planung sollen Hinweise aus der Öffentlichkeit weiterhin eine Rolle spielen.
Anregungen aus der Fragerunde sollen ebenfalls in den weiteren Prozess einfließen.
Der Sanierungsträger IHR plant zudem regelmäßige Bürgersprechstunden.
Als erste Termine nannte Pahl den 23. September und den 16. Dezember, jeweils von 14 bis 16 Uhr.
Weitere Termine sollen rechtzeitig bekannt gegeben werden.
Bis zum Umbau sind noch viele Schritte nötig
Bis die Neugestaltung des Südermarkts tatsächlich umgesetzt werden kann, sind noch mehrere Planungs- und Entscheidungsphasen erforderlich.
Der Siegerentwurf muss weiter ausgearbeitet werden. Hinzu kommen technische Fachplanungen, politische Beratungen und die Klärung der Finanzierung.
Fest steht mit dem Wettbewerbsergebnis jedoch bereits die grundsätzliche Richtung.
Der Südermarkt soll offener, grüner, barrierefreier und stärker auf den alltäglichen Aufenthalt ausgerichtet werden. Zugleich soll er seine Funktion als Wochenmarkt und Veranstaltungsfläche behalten.
Besonders sichtbar wäre dabei der Abriss der heutigen Plattform samt Toilettenanlage. Mit Bäumen, dem „Marktsofa“, einem neuen Pavillon, dem bodengleichen Wasserspiel und einer stärkeren Begrünung des Kirchumfelds würde an zentraler Stelle ein deutlich anderes Bild entstehen.
Auch der Verkehr soll sich verändern: Fußgänger und Radfahrer sollen mehr Raum erhalten, während Busverkehr, Anlieferung und Einsatzfahrzeuge weiterhin berücksichtigt werden.
Das große Interesse bei der Vorstellung des Siegerentwurfs zeigt bereits jetzt, dass viele Flensburger genau verfolgen werden, wie aus den Wettbewerbsideen in den kommenden Jahren konkrete Planungen werden.
