Schloss Gottorf vor dreijähriger Schließung – Landesmuseen kippen Erweiterungsbau
| von Thomsen / Foerde.news
Schleswig – Der ambitionierte Masterplan für die Museumsinsel Schloss Gottorf in Schleswig wird deutlich abgespeckt. Die Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen verzichtet auf den geplanten Erweiterungsbau in der Nordostecke des Schlossareals. Grund sind massiv gestiegene Baukosten, die das Budget von 44,8 Millionen Euro sprengen würden.
„Wir können unser Ziel eines modernen, barrierefreien Museumserlebnisses auch ohne den Neubau erreichen“, erklärten Geschäftsführerin Svenja Kluckow und Stiftungsdirektor Thorsten Sadowsky. Stattdessen sollen die Mittel vollständig in die Modernisierung und den Umbau der bestehenden Ausstellungsräume fließen. Der Baubeginn bleibt unverändert: Am 1. September 2025 starten die Arbeiten im Schloss.
Der ursprünglich geplante Bau sollte nicht nur als zentraler Eingangsbereich mit Kasse, Shop und Gastronomie dienen, sondern auch die Museumsrundgänge miteinander verbinden. Das Projekt war vor zehn Jahren mit einem Budget von 31,2 Millionen Euro gestartet, Bund und Land hatten je 15,6 Millionen Euro zugesagt. Trotz einer zusätzlichen Landesförderung von zehn Millionen Euro reichen die Mittel nach aktueller Kostenentwicklung nicht mehr aus, um die Pläne des Züricher Architekturbüros Holzer Kobler vollständig umzusetzen.
Ministerpräsident und Stiftungsratsvorsitzender Daniel Günther sprach von einer „Entscheidung der finanziellen Vernunft“ und lobte die Verantwortlichen: „Ich bin sicher, dass es gelingen wird, mit den vorhandenen Mitteln ein Museumserlebnis zu schaffen, das den großen Erwartungen gerecht wird.“
Der Wegfall des Neubaus erfordert nun eine Neuplanung: Servicebereiche für Besucher müssen in das historische Bestandsgebäude integriert werden. Die Vorbereitungen für den Auszug der Ausstellungen beginnen pünktlich im Herbst 2025.