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„Selbstverständlich bauen wir eine Kaimauer“
| von Thomsen / Foerde.news
Flensburg – Die Sanierung der Flensburger Kaikante bleibt eines der größten Infrastrukturprojekte der Stadt. Oberbürgermeister Dr. Fabian Geyer weist den Eindruck zurück, das Vorhaben werde verschleppt. Die Planungen seien hochkomplex, erste Bodenuntersuchungen reichen mehr als 30 Meter in die Tiefe.
Oberbürgermeister Dr. Fabian Geyer lässt keinen Zweifel daran, dass die marode Kaikante erneuert werden soll. „Selbstverständlich habe ich die Absicht, eine Kaimauer zu bauen“, sagte Geyer beim Pressegespräch im Rathaus. Wer etwas Gegenteiliges behaupte, liege falsch. Es sei „im höchsten städtischen Interesse“, mit dem Bauprojekt voranzukommen.
Gleichzeitig warnt der Oberbürgermeister davor, die Dimension des Projekts zu unterschätzen. „Wir haben, glaube ich, das komplizierteste Bauwerk der ganzen Stadt“, sagte Geyer. Die Vorstellung, man müsse lediglich etwas Beton erneuern und anschließend die Oberfläche herrichten, greife deutlich zu kurz.
Inzwischen beginnen Untersuchungen des Untergrunds, die mehr als 30 Meter in die Tiefe reichen. Diese seien notwendig, um die Stabilität des Baugrunds beurteilen und die neue Konstruktion entsprechend planen zu können. „Es ist ein kompletter Neubau“, betonte Geyer.
Die neue Kaikante soll zudem weit mehr leisten als die bisherige Konstruktion. Berücksichtigt werden müssen unter anderem ein verbesserter Hochwasserschutz, die Belange des Museumshafens sowie besondere Anforderungen beim An- und Ablegen, sowohl auf der Ost wie auch auf der Westseite, historischer Schiffe. Gleichzeitig soll die Konstruktion nach Möglichkeit für die kommenden 70 bis 80 Jahre Bestand haben.
Geyer räumte ein, dass die Erneuerung früher hätte angegangen werden müssen. „Es ist leider viel zu spät in Angriff genommen worden“, sagte der Oberbürgermeister. Bereits zu Zeiten des Oberbürgermeister Simon Faber und auch von der Nachfolgerin Simone Lange hätte dort schon mehr gemacht werden müssen. Nun müsse die Stadt die Folgen aufarbeiten. Er selbst dränge beim Technischen Betriebszentrum immer wieder auf Tempo und stelle regelmäßig die Frage, ob einzelne Schritte beschleunigt werden könnten.
Dennoch gebe es technische Grenzen. „Es ist eine technologische Höchstleistung, die wir da erbringen müssen“, sagte Geyer. Einen Bagger könne man nicht einfach losschicken und mit dem Neubau beginnen, bevor Untergrund, Konstruktion und Anforderungen abschließend geklärt seien.
Der bislang genannte Kostenrahmen liegt bei etwa 21 bis 22 Millionen Euro. Hinzu kommen in Aussicht gestellte Fördermittel des Landes von bis zu vier Millionen Euro. Für Geyer steht unabhängig von den noch offenen Detailfragen fest, dass die Kaikante gebaut werden muss. Die eigentliche Herausforderung bestehe darin, ein technisch tragfähiges und zugleich finanzierbares Bauwerk zu schaffen.
