Testmessung für neue Blitzersäule an der Lilienthalstraße
| von Thomsen / Foerde.news
Flensburg – Die Stadt Flensburg hat in den vergangenen Monaten ihre stationäre Verkehrsüberwachung umfassend modernisiert. Die alten olivgrünen „Starenkästen“ für Rotlicht- und Geschwindigkeitskontrollen wurden schrittweise abgebaut und durch moderne Radarsäulen ersetzt. Nach Angaben der Stadt wurden dafür insgesamt rund 500.000 Euro investiert.
Zunächst war der Blitzer am Neumarkt aus dem Fundament gehoben worden, kurz darauf folgte die Anlage an der Husumer Straße/Ecke Zur Bleiche. Am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) rückten anschließend Baufahrzeuge an, um auch dort die veraltete Technik zu entfernen. Insgesamt verschwanden vier ältere Anlagen aus dem Stadtbild.
An den bisherigen Standorten wurden nun multifunktionale Säulen installiert, die sowohl Tempoverstöße als auch Rotlichtmissachtungen erfassen können. Ergänzend plant die Stadt zwei weitere, zunächst noch leere Blitzersäulen an den Kreuzungen Schottweg/B199 sowie B199/Lilienthalstraße. Diese sollen nur bei Bedarf mit Messtechnik bestückt werden und ermöglichen so eine flexible Verdichtung der Kontrollen.
Rund um den exakten Standort der neuen Anlage hatte es zunächst Unklarheiten gegeben: Während aus Pressekreisen von einem Aufbau an der Westerallee/B199 die Rede war, ging die Verkehrsbehörde davon aus, dass die Säule auf dem Verkehrsteiler der B199 in Fahrtrichtung Handewitt errichtet werden sollte. Nach kurzer Abstimmung stellte sich heraus, dass die ausführende Firma korrekt geplant hatte: Die Säule wird an der Kreuzung Lilienthalstraße/B199 installiert.
Das Unternehmen Vitronic nahm dort am Dienstagvormittag zwischen 10 und 12 Uhr millimetergenaue Vermessungen vor und führte Testmessungen durch. Die neue Blitzersäule soll künftig den dreispurigen Verkehr auf der B199 aus Richtung Handewitt überwachen, einschließlich der Abbiegespur in Richtung Westerallee.
Die Testphase verlief technisch störungsfrei, sorgte jedoch kurzzeitig für Irritationen: Einige Autofahrende bremsten abrupt ab, als das Signal an der Teststation rot aufleuchtete. Offenbar wurde der Hinweis, dass es sich lediglich um Testmessungen handelte, von vielen nicht wahrgenommen.
„Die neuen Blitzersäulen arbeiten insgesamt effizienter und flexibler als die Vorgängeranlagen“, erklärte Stadtsprecher Christian Reimer. Aufwendige Induktionsschleifen im Asphalt seien nicht mehr erforderlich, die Erfassung erfolge nun per Sensorik direkt an den Haltelinien. Während die Geschwindigkeitsüberwachung unmittelbar nach der Installation starten konnte, war für die Rotlichtkontrolle jeweils eine gesonderte Eichung nötig.
Am Dienstag, 18. November 2025, hat die Stadt schließlich auch die Rotlichtüberwachung an den neuen Anlagen offiziell in Betrieb genommen. Dafür waren an drei zentralen Kreuzungen kurzfristige Sperrungen erforderlich, um die vorgeschriebenen Eichmessungen durchzuführen.
„Die Anlagen mussten geeicht werden, damit jede Messung gerichtsfest ist und die Verkehrsteilnehmenden sich auf eine rechtssichere Überwachung verlassen können“, erläuterte Reimer im Anschluss. „Damit erhöhen wir die Sicherheit an besonders unfallträchtigen Kreuzungen.“
Mit der Umstellung verfolgt die Stadt das Ziel, den Verkehr in der Innenstadt deutlich engmaschiger zu überwachen. Bereits zuvor wurden in Flensburg jährlich über 30.000 Tempoverstöße registriert – Tendenz steigend. Mit den neuen stationären Messpunkten am Neumarkt, an der Husumer Straße, an der ZOB-Kreuzung, am Hafendamm/Nordstraße sowie an der B199/Lilienthalstraße und am Schottweg rechnet die Stadt mit weiter steigenden Fallzahlen.
Zusätzlich hat Flensburg einen zweiten mobilen „R2D2“-Blitzeranhänger bestellt. Dieses Gerät soll voraussichtlich im kommenden Jahr in Betrieb gehen und die stationären Kontrollen ergänzen.