Über 1.200 Verstöße, Tempo über 180 in der 50er-Zone: Neue Blitzer liefern erste Zahlen
| von Thomsen / Foerde.news
Flensburg – Seit dem 18. November 2025, wurde die Rotlichtüberwachung an den neuen stationären Anlagen in Flensburg offiziell in Betrieb genommen. Auf Anfrage von Förde.news hat die Stadt nun erste Zahlen zur Wirksamkeit der modernisierten Verkehrsüberwachung vorgelegt: Zwischen dem 18. November und dem 22. Dezember wurden an allen Blitzersäulen im Stadtgebiet mehr als 1.200 Verkehrsverstöße registriert.
Nach Angaben der Stadt handelt es sich dabei überwiegend um Geschwindigkeitsüberschreitungen. Mehr als 200 Fälle gingen auf Rotlichtverstöße zurück. Besonders auffällig ist die Anlage am Neumarkt: Dort wurden im gesamten Zeitraum ausschließlich Rotlichtverstöße erfasst. Eine detaillierte Aufschlüsselung der Verstöße nach einzelnen Standorten befindet sich nach Verwaltungsangaben noch in der Auswertung.
Für besondere Aufmerksamkeit sorgte ein Fall an der Husumer Straße stadteinwärts: Dort wurde eine Höchstgeschwindigkeit von 183 km/h gemessen – erlaubt sind an dieser Stelle 50 km/h.
Alte „Starenkästen“ abgebaut – neue Radarsäulen in Betrieb
Die Stadt Flensburg hat ihre stationäre Verkehrsüberwachung in den vergangenen Monaten grundlegend erneuert. Die bisherigen olivgrünen „Starenkästen“ für Rotlicht- und Geschwindigkeitsüberwachung wurden schrittweise demontiert und durch moderne Radarsäulen ersetzt. Insgesamt investierte die Stadt hierfür rund 500.000 Euro.
„Die neuen Blitzersäulen arbeiten insgesamt effizienter und flexibler als die Vorgängeranlagen“, erklärte Stadtsprecher Christian Reimer. Aufwendige Induktionsschleifen im Asphalt seien nicht mehr nötig, die Erfassung erfolge nun per Sensorik direkt an den Haltelinien. Während die Geschwindigkeitsüberwachung unmittelbar nach der Installation starten konnte, war für die Rotlichtkontrolle eine gesonderte Eichung erforderlich.
Für die vorgeschriebenen Eichmessungen kam es an drei zentralen Kreuzungen kurzfristig zu Sperrungen. „Die Anlagen mussten geeicht werden, damit jede Messung gerichtsfest ist und die Verkehrsteilnehmenden sich auf eine rechtssichere Überwachung verlassen können“, so Reimer. „Damit erhöhen wir die Sicherheit an besonders unfallträchtigen Kreuzungen.“
Weitere Standorte geplant
Die Stadt will das Netz der stationären Überwachung weiter ausbauen. Im ersten Quartal 2026 sollen zwei zusätzliche Blitzersäulen in Betrieb gehen:
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an der Kreuzung Citti-Park – Lecker Chaussee / Am Friedenshügel
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an der B199 – Nordstraße / Ecke Schottweg
Einnahmen und Vandalismus
Zu den Einnahmen aus den neuen Blitzersäulen kann die Stadt derzeit noch keine belastbaren Angaben machen. Die Anlagen sind erst seit dem vergangenen Monat vollständig in Betrieb, zudem befinden sich zahlreiche Verfahren noch in Bearbeitung oder Nachverfolgung.
Vandalismus spielt bislang nur eine untergeordnete Rolle. Nach Angaben der Stadt kam es vereinzelt zu kleineren Vorfällen, etwa durch das Anbringen von Aufklebern oder Versuchen, einzelne Säulen zu beschädigen. Schwere oder systematische Vandalismusfälle seien bislang nicht bekannt geworden.
