„Wenn niemand mehr da ist“ – Abschied von Verstorbenen ohne Angehörige

 |  von Thomsen / Foerde.news

Viele Menschen haben keine Freunde und Verwandte mehr zum Zeitpunkt ihres Todes - Foto: foerde.news

Flensburg – Am Ende eines langen Lebens stehen oft nicht die großen Gesten, sondern die Stille. Menschen haben Freunde kommen und gehen sehen, Partnerschaften erlebt, Familien gegründet – und doch kann der letzte Weg einsam sein. Kontakte brechen ab, Verwandte sind verstorben oder leben weit entfernt, manchmal kümmert sich schlicht niemand mehr. Zurück bleibt ein Mensch, dessen Leben geendet hat, ohne dass jemand eine Trauerfeier organisiert oder am Grab steht.

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Gerade in einer älter werdenden Gesellschaft ist dieses Schicksal kein Einzelfall: Lebenswege verlaufen auseinander, Familienstrukturen lösen sich auf, Nachbarschaften wechseln, und am Ende fehlt nicht selten jemand, der Verantwortung übernimmt. Doch auch diesen Verstorbenen soll ein würdevoller Abschied nicht versagt bleiben. Die ordnungsbehördlich veranlasste Bestattung stellt sicher, dass kein Mensch anonym und ohne jedes Zeichen des Gedenkens zur letzten Ruhe gebracht wird.

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Am Dienstag, 3. Februar 2026, findet daher um 7.45 Uhr in der Kapelle des Friedhofs Friedenshügel die nächste Aussegnungsfeier für ordnungsbehördliche Sterbefälle statt. Dann werden zwölf Verstorbene, für die keine Angehörigen die Bestattung übernommen haben, in Würde verabschiedet und beigesetzt.

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Ausgesegnet und beigesetzt werden:

  • Michael Ankersen (geb. 1966, gest. 03.11.2025, 59 Jahre)

  • Heinz-Dieter Daul (geb. 1951, gest. 13.11.2025, 74 Jahre)

  • Rosemarie Fogen (geb. 1963, gest. 05.11.2025, 62 Jahre)

  • Siegfried Heinz Hempel (geb. 1944, gest. 11.12.2025, 81 Jahre)

  • Gerhard Peter Jensen (geb. 1937, gest. 20.12.2025, 88 Jahre)

  • Heino Jensen (geb. 1953, gest. 25.10.2025, 72 Jahre)

  • Olena Safronova-Berg (geb. 1943, gest. 31.12.2025, 82 Jahre)

  • Elsbeth Schmidt (geb. 1954, gest. 02.01.2026, 72 Jahre)

  • Dieter Schöning (geb. 1949, gest. 17.12.2025, 76 Jahre)

  • Rainer Steudel (geb. 1967, gest. 22.12.2025, 58 Jahre)

  • Ion Timercan (geb. 1972, gest. 20.11.2025, 53 Jahre)

  • Siegfried Reinhard Wick (geb. 1952, gest. 29.12.2025, 73 Jahre)

Hinter jedem dieser Namen steht eine eigene Geschichte – mit Kindheit und Jugend, Hoffnungen, Enttäuschungen, Erfolgen und Brüchen. Menschen, die gearbeitet, geliebt, gestritten, gehofft haben. Viele von ihnen haben im Laufe der Jahre erlebt, wie Freundschaften sich verlaufen, Familien auseinandergehen und vertraute Gesichter verschwinden. Dass am Ende niemand bleibt, der sich kümmert, macht den Abschied nicht weniger bedeutsam – im Gegenteil: Es macht ihn umso kostbarer.

Im Rahmen der Aussegnungsfeier auf dem Friedhof Friedenshügel erhalten Freunde, Nachbarinnen, frühere Arbeitskolleginnen und andere Weggefährt*innen die Möglichkeit, persönlich Abschied zu nehmen – auch dann, wenn es keine Familie mehr gibt oder diese nicht erreichbar ist. Die schlichte Zeremonie schafft einen Moment des Innehaltens, in dem deutlich wird: Niemand soll ganz vergessen werden.

Die Aussegnungsfeier wird von der evangelisch-methodistischen Kirchengemeinde in Flensburg gestaltet.